Via dolorosa – zerbrechlich nicht hoffnungslos

Der von Tausenden gegangene Kreuzweg „Via dolorosa“ in Jerusalem endet in der
Auferstehungskirche. Umgekehrt: Der Weg aus der Auferstehungskirche hinaus führt in di
Wirrnisse und Leiden des heutigen Jerusalems. Das diesjährige MISEREOR Hungertuch zeigt den verletzen Fuß eines Menschen. Jesus am Kreuz festgenagelter Fuß ist Spiegel dieses Leidens.

In beiden Beispielen sehen wir Jesus im Leid der Welt. Christus hat am Ende seines
irdischen Lebens das Leid nicht durch vorzeitige Himmelfahrt hinter sich gelassen, sondern alle Härte zu spüren bekommen und angenommen. Gott selbst hat damit bestätigt: die Welt und das Leben sind zerbrechlich. Zum einen sind da Schuld und dessen Folgen. Jeder scheint wohl Täter und Opfer zugleich. Hinzukommend zeigt sich bei allem Mühen um Frieden und Gerechtigkeit eine bleibende Konstante des Bösen.

Zum anderen liegt unserer Schöpfung im Rahmen von Geburt und Sterben eine letztlich nicht zu umgehende Zerbrechlichkeit inne. Die Erwartung eines Fortschritts, der in ein irdisches Paradies mündet, kann nur zu Enttäuschungen führen. Ein Jahr Pandemie lässt uns alle erahnen, wir müssen mit der Zerbrechlichkeit leben lernen – auch irgendwann nach Corona.

Ostern 2021 – In die Dunkelheit unserer Kirchen tragen wir das Licht der Osterkerze. Das Bild auf den Osterkerzen unserer Pfarrei zeigt Feuer und Wasser. Beide Symbole sind
doppeldeutig. Feuer und Wasser sind lebensnotwendig und können zugleich zerstören.

Für Ostern gilt, das kleine Licht nicht zu übersehen. Maria Magdalena „übersah“ in ihrer Trauer anfangs den auferstandenen Jesus. Erst als der Auferstandene sie ansprach wandelten sich die Tränen des Leids in Tränen der Freude. Lasst uns durch alle Masken hindurch das HALLELUJA singen und Zeugnis geben von der Hoffnung auf Leben.
Gesegnete Ostern!

Pfarrer Gregor Arndt

Hinweis:

Palmsonntag, Gründonnerstag, Karfreitag, Osternacht – Gottesdienste per Youtube

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