Solarstrom statt Windkraft

Rund 20 Prozent der eingespeisten Strommenge in Deutschland wird durch Windkraft erzeugt. Dabei handelt es sich aber durchweg um sehr große Anlagen. Privathaushalte, die mit einem Mini-Windrad Strom erzeugen wollen, könnten hingegen in ihren Erwartungen enttäuscht werden.

Kleine Windkraftanlagen funktionieren unter idealen Standortbedingungen und in speziellen Bereichen wie auf Booten oder bei entlegenen Hütten oft sogar unter extrem rauen Bedingungen zuverlässig. Je höher und freier die Mini-Windanlage montiert wird, desto mehr Strom erzeugt sie. Nachbargebäude und Verwirbelungen dagegen schmälern den Ertrag merklich.

„Sinnvoll kann eine kleine Windanlage nur dann sein, wenn der Standort sehr gut geeignet ist. Bebaute Gebiete sind ungünstig, weil umstehende Gebäude ebenso wie Bäume den Wind ausbremsen. Ob die kleine Windanlage in Tallage oder exponiert steht, macht für den Ertrag sehr viel aus”, sagt Ramona Ballod, Energiereferentin der Verbraucherzentrale Thüringen.

Wohin mit der Windanlage?

Das eigene Dach ist windtechnisch ein ungünstiger und unkalkulierbarer Standort. Bei der Montage auf Gebäuden können zudem störende Geräusche und Vibrationen übertragen werden – Ärger mit der Nachbarschaft ist vorprogrammiert. Den idealen Standort, also eine Anlage auf einem hohen Mast, der auf einer freien Wiese auf einer Bergkuppe steht mit einer kurzen Stromleitung zum eigenen Haus, wird wohl kaum eine Privatperson haben.

Wer es genau wissen möchte, kann den Standort vorher durch eine Windmessung begutachten lassen. Das allerdings sei in den meisten Fällen nicht sinnvoll, meint Ramona Ballod: „Die Kosten für eine Windmessung stehen in keinem angemessenen Verhältnis zu den Kosten für die Anlage und zum erwartbaren Ertrag.”

Solarstrom statt Windkraft

Für Verbraucher, die aus erneuerbaren Energien Strom erzeugen wollen, ist eine Photovoltaik-Anlage meist die bessere Alternative. Ob sich eine solche Anlage im individuellen Fall lohnt, erläutert die Energieberatung der Verbraucherzentrale Thüringen. Termine für ein persönliches Beratungsgespräch können telefonisch unter 0800 809 802 400 oder unter 0361 555140 (beide kostenfrei) vereinbart werden.

Die Energieberatung der Verbraucherzentrale wird gefördert vom Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz. Dank einer Kooperation mit dem Thüringer Umweltministerium und der Landesenergieagentur ThEGA sind die Beratungen in Thüringen kostenfrei.

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