Ernährung noch ausbaufähig

Dingelstädt. In der Woche vom 30. August bis 3. September waren Studenten der Friedrich-Schiller-Universität Jena in Dingelstädt zu Gast. Die fünf Gruppen aus dem Fachbereich Geographie untersuchten im Rahmen einer Lehrveranstaltung die Einstellungen und Lebensweisen der Dingelstädter Bürger und Bürgerinnen zu Fragen der Gesundheit, Ernährung, Bewegung und Sport mit Bezug auf Krebsprävention.

Durch die sozialempirischen Forschungsvorhaben sollen weitere Daten erhoben werden, die den Indikator der Krebspräventionsinfrastruktur unterfüttern. Dieser wurde von Wissenschaftlern und Wissenschaftlerinnen der Friedrich-Schiller-Universität Jena unter Beteiligung von Prof. Dr. Jutta Hübner, Professorin für Integrative Onkologie, entwickelt.
Der Index macht deutlich, dass das Angebot krebspräventiver Maßnahmen für das Eichsfeld im Bereich Ernährung im Vergleich zu anderen thüringischen Regionen noch ausbaufähig ist. Dagegen schneidet die Region in Sachen Bewegungsangebot aber besonders gut ab.
Die insgesamt 21 Studenten der Universität Jena nehmen sich diese Besonderheiten zum Anlass, sich auf die Themen Ernährung und Bewegung im Kontext von Krebsprävention zu konzentrieren. Am 30. August wurden sie und ihre zwei begleitenden Dozenten, Phoung Nam Nguyen und Franziska Sandkühler im Bürgersaal der Stadt Dingelstädt durch Helena Stöber, Leiterin des Projektes „Gesundheitsstadt“ der Stadtverwaltung begrüßt.
Während ihres Aufenthaltes gingen die Studenten folgenden Fragen auf den Grund:
1. Wie bewusst ist sich die Bevölkerung in Dingelstädt über die Verbindung von gesunder Ernährung und Krebsprävention? Dafür wurden Passantenbefragungen in der Ortschaft, z. B. vor Supermärkten, durchgeführt
2. Inwiefern hat die Lebensmittelinfrastruktur einen Einfluss auf die krebspräventive Ernährung? Hierbei wurden Angebote regionaler Händler und Produkte, aber auch die
Versorgungsmöglichkeiten mit Produkten des biologischen Anbaus untersucht.
3. Inwiefern spiegeln sich die Bemühungen der Stadt bezüglich des Dingelstädter
Gesundheitsnetzwerkes in den Strukturen der Schulen und Kindergärten der Stadt wieder? Die Studenten befragten Schul- und Kindergartenleitungen zur Rolle von Krebsprävention im Schulalltag und den dafür zur Verfügung stehenden Ressourcen.
4) Welchen Beitrag leisten die Sport- und Freizeitvereine im ländlichen Raum Dingelstädt zur Krebsprävention? Um diese Frage zu beantworten wurden die Sportvereine der Stadt besucht und befragt.
5) Welche Rolle spielt ein Fitness- und Gesundheitszentrum in der Krebsprävention im ländlichen Raum? Für diese Untersuchung sprachen die Studenten unter anderem mit Frank Reinecke, Fitnesstrainer und Sportmanager des Vereins. Außerdem befragten sie im Anschluss die Kursteilnehmer zu gesundheitlichen Einstellungen und Lebensweisen.
Die Untersuchung durch die Studenten ist ein weiterer Baustein für die Stadt Dingelstädt, auf ihrem Weg, eine echte Gesundheitsstadt zu sein. Auf Grundlage wissenschaftlicher Untersuchungsmethoden können die Gewohnheiten und Bedürfnisse der Bürger zusammenhängend aufgezeigt werden. Nur so können die Teilnehmer des „Gesundheitsnetzwerkes“ der Stadt Dingelstädt bedarfsgerechte Angebote gesundheitsfördernder Maßnahmen für ihre Bürger aufstellen.
Bereits im Juli dieses Jahres fand eine Befragung der Bürger zu Gesundheitsthemen per Fragebogen statt. Erste Ergebnisse dazu können im November vorgestellt werden. Diese wird  Prof. Dr. Jutta Hübner im Rahmen einer Vortragsreihe in der Stadt Dingelstädt auswerten.