Zu sehen seit Beginn auf der Landesgartenschau in Leinefelde. Foto: Ilka Kühn

Leinefelde. Wer aufmerksam über das Gelände der Landesgartenschau Leinefelde-Worbis geht, entdeckt zwischen Blumen, Beeten und Wegen nicht nur gärtnerische Vielfalt, sondern auch manche besondere Geschichte. Eine davon erzählt eine auffällige schwarze Figur: der „Keltenfürst“ des Künstlers Ottmar Hörl.

Die Skulptur verweist auf einen der bedeutendsten archäologischen Funde Hessens – den Keltenfürsten vom Glauberg. Das Original ist eine rund 2500 Jahre alte Sandsteinfigur, die am Glauberg (Hessen) gefunden wurde und heute in der „Keltenwelt am Glauberg“ zu sehen ist. Besonders markant ist die Kopfbedeckung der Figur, die ihr ein unverwechselbares Aussehen gibt.

Die Figur auf dem LGS-Gelände ist eine moderne künstlerische Nachbildung. Geschaffen wurde sie von Ottmar Hörl, einem bekannten Konzeptkünstler, der immer wieder historische oder gesellschaftliche Themen in den öffentlichen Raum bringt. Seine Keltenfürsten sollen neugierig machen – auf Geschichte, auf Archäologie und auf das kulturelle Erbe, das sich hinter solchen Funden verbirgt.

Interessant ist auch die Entstehung der Skulptur. Grundlage war ein 3D-Scan des Originals, der vom irischen „The Discovery Programme“, einem Zentrum für Archäologie und Innovation, erstellt wurde. Damit verbindet die Figur auf besondere Weise Vergangenheit und Gegenwart: Ein uralter Fund wird mit moderner Technik erfasst und durch zeitgenössische Kunst wieder sichtbar gemacht.

Auf dem Schild an der Skulptur wird ausdrücklich auf das Original in der „Keltenwelt am Glauberg“ hingewiesen. Dort können Besucher den echten Keltenfürsten und die dazugehörigen Funde besichtigen. Die Figur in Leinefelde ist damit auch ein kleiner Botschafter für einen bedeutenden Ort der keltischen Geschichte.

Auf der Landesgartenschau fügt sich der Keltenfürst als stiller Blickfang in das Gelände ein. Er steht nicht laut im Mittelpunkt, sondern lädt eher zum zweiten Hinsehen ein. Wer sich die Zeit nimmt, das Schild zu lesen, erfährt schnell: Hinter dieser Figur steckt weit mehr als nur Dekoration. Sie erzählt von einer Zeit lange vor unserer Gegenwart, von keltischen Fürsten, von archäologischen Entdeckungen und davon, wie Geschichte auch heute noch lebendig vermittelt werden kann.

Zwischen Blumen, Veranstaltungen und Begegnungen gibt es immer wieder kleine Entdeckungen, die einen Moment innehalten lassen. Der Keltenfürst gehört dazu. Er zeigt, dass Kultur und Geschichte auch mitten in einer Gartenschau ihren Platz haben können.