Wer wissen möchte, welche Behörde für ein Anliegen zuständig ist, welche Unterlagen für einen Antrag benötigt werden oder wann ein Amt geöffnet hat, kann die Behördennummer 115 wählen. Sie ist die zentrale telefonische Auskunft für Fragen an Ämter und Verwaltungen in Deutschland – vergleichbar mit einer gemeinsamen Servicenummer von Bund, Ländern, Landkreisen, Städten und Gemeinden.
Die Mitarbeiter der 115 geben unter anderem Auskunft zur Anmeldung eines Wohnsitzes, zum Personalausweis, zu Elterngeld, Führerschein, Wohngeld, Gewerbeanmeldung oder zur Zulassung eines Fahrzeuges. Viele allgemeine Fragen können direkt beantwortet werden. Ist das nicht möglich, erhalten die Anrufer Informationen über die zuständige Behörde und deren Kontaktdaten.
Die 115 ist keine Notrufnummer. In akuten Notfällen müssen weiterhin die Polizei unter 110 oder Feuerwehr und Rettungsdienst unter 112 verständigt werden.
In diesem Jahr feiert die Behördennummer ihr 15-jähriges Bestehen. Seit dem Start des Regelbetriebs im April 2011 wurde die Nummer nach Angaben der Föderalen IT-Kooperation mehr als 47 Millionen Mal gewählt.
Mit dem Beitritt Brandenburgs im Jahr 2024 und Bayerns im Jahr 2026 ist die Behördennummer inzwischen aus ganz Deutschland erreichbar. Allerdings unterscheidet sich der Umfang der Auskünfte noch von Region zu Region.
Rund 31 Millionen Menschen können derzeit den vollständigen Service nutzen. Dabei erhalten sie neben Informationen zu Leistungen von Bund und Ländern auch umfassende Auskünfte zu den Angeboten ihrer Stadt, Gemeinde oder ihres Landkreises.
In Regionen, die noch nicht vollständig an den sogenannten 115-Verbund angeschlossen sind, nennt die Servicestelle zumindest die zuständige Behörde sowie deren Kontaktdaten. Auf der Internetseite der Behördennummer lässt sich prüfen, welcher Service am jeweiligen Wohnort angeboten wird.
Nach einem Pilotbetrieb in verschiedenen Modellregionen wurde die 115 im Jahr 2011 dauerhaft eingeführt. Bis Ende 2022 wurde sie vom Bundesinnenministerium gesteuert. Seit dem 1. Januar 2023 liegt das Produktmanagement bei der FITKO, der Föderalen IT-Kooperation. Sie arbeitet im Auftrag des IT-Planungsrats, in dem Bund und Länder ihre Zusammenarbeit bei der Digitalisierung der Verwaltung abstimmen.
Künftig soll die 115 auch stärker bei Problemen mit digitalen Verwaltungsleistungen helfen. Wer beispielsweise bei einem Online-Antrag nicht weiterkommt, soll über die Behördennummer möglichst schnell Unterstützung erhalten.
Dabei wird auch künstliche Intelligenz eingesetzt. Ein bereits erprobter Chatbot soll in den kommenden Monaten schrittweise interessierten Kommunen zur Verfügung gestellt werden. Zusätzlich prüft die FITKO einen sprachgesteuerten digitalen Assistenten für Telefonanfragen.
Dieser sogenannte Voicebot könnte einfache Fragen automatisch beantworten oder Anrufer gezielt zum richtigen Ansprechpartner führen. Zugleich soll geprüft werden, ob Bürger und Verwaltungen ein solches Angebot akzeptieren.
Die Behördennummer 115 kann ohne Vorwahl gewählt werden. Sie ist in der Regel montags bis freitags von 8 bis 18 Uhr erreichbar. Auch vom Eichsfeld ais.

