20 Jahre Thüringer Ehrenamtsstiftung

2002 gegründet, brachte die Stiftung thüringenweit bisher hunderte Ideen und Projekte mit auf den Weg. Sie unterstützt, berät, fördert, vernetzt und würdigt ehrenamtliches Engagement und ist ein bedeutender Partner für alle Thüringerinnen und Thüringer, die sich freiwillig für das Gemeinwohl einsetzen.


„Wir durchleben schwierige Zeiten und müssen uns großen Herausforderungen stellen. Der gesellschaftliche Zusammenhalt ist wichtiger denn je. Dafür leistet die Stiftung einen enormen Beitrag. Während der Corona-Pandemie half sie, mit angepassten Konzepten ehrenamtliche Angebote und damit Lebensqualität aufrecht zu erhalten“, sagt Heike Werner, Thüringer Sozialministerin und Vorsitzende des Stiftungsrates der Thüringer Ehrenamtsstiftung.

Fakt ist: Ohne die Arbeit der Freiwilligen können gemeinnützige Organisationen, Vereine sowie zahlreiche Initiativen und Einrichtungen nicht bestehen. Die Aktiven engagieren sich in unterschiedlichen Bereichen des alltäglichen Lebens, sind damit tragende Säule einer funktionierenden demokratischen Gesellschaft in Städten und Landgemeinden.

Anerkannt und gewürdigt wird ihr Einsatz aktuell mit dem Engagement-Preis, dem Titel
„Engagement-Botschafter“, der Ehrenamtscard, dem Ehrenamtszertifikat, dem Ehrenamtsausweis oder der Auszeichnung „Thüringer des Monats“ (seit 2010 in Kooperation mit dem MDR Thüringen). „Dass die Stiftung seit vielen Jahren Herausragendes leistet, beweist nicht zuletzt die hohe Quote des freiwilligen Engagements im Freistaat. Mit rund 41 Prozent liegt diese inzwischen über dem Bundesschnitt und an der Spitze aller ostdeutschen Bundesländer. Vor zwanzig Jahren zur Gründung der Stiftung waren es noch knapp über 26 Prozent“, so Werner weiter.

Für die Arbeit der Thüringer Ehrenamtsstiftung und ihre Unterstützung bürgerschaftlichen Engagements sind im Landeshaushalt aktuell rund 3 Millionen Euro eingestellt. Damit wurden die Finanzmittel in den vergangenen zwei Jahren mehr als verdoppelt (2021: drei Millionen Euro; 2020: 1,5 Millionen Euro). Weitere Gelder werden von der Stiftung selbst eingeworben.

Im vergangenen Jahr wurde das Förderprogramm „Aktiv vor Ort“ erstmals aufgelegt, für das auch 2022 wieder Mittel speziell für Vereine und Projekte im ländlichen Raum zur Verfügung stehen. Zudem unterstützt die Stiftung verstärkt Projekte zur Integration von Flüchtlingen, Zuwanderern und Migranten. Extra dafür wurde 2016 das Projekt „Nebenan angekommen“ initiiert. Landesweit entstanden zudem zwölf Freiwilligenagenturen, deren Mitarbeitende in Kooperation mit der Ehrenamtsstiftung direkt in den Regionen zu Fragen ehrenamtlichen Engagements beratend und vermittelnd tätig sind. Drei weitere Freiwilligenagenturen befinden sich im Aufbau.

Bei ihrer Gründung vor 20 Jahren war die Thüringer Ehrenamtsstiftung die erste eines Bundeslandes. Die hier geschaffenen Strukturen zur Förderung und Anerkennung von bürgerschaftlichem Engagement galten und gelten noch immer als Vorbild für Stiftungsgründungen bundesweit. „Das macht uns natürlich sehr stolz“, sagt Frank
Krätzschmar, Vorstandsvorsitzender der Ehrenamtsstiftung, und fügt hinzu: „Viel wichtiger ist uns aber, dass die Ehrenamtlichen in Thüringen wissen, dass sie auch in Zukunft mit uns einen verlässlichen Partner an ihrer Seite haben.“

Alexandra Kehr

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