Wo soll der Markt hin?

Leinefelde. Morgen ist wieder Markttag in Leinefelde. Der Standort des Marktes ist noch in der Bahnhofstraße auf der Seite Haus Mitte bis evangelische Kirche, also bei Abzweigung Bergstraße und Lutherstraße. Bis zum Juni 2021 war der Markt immer auf dem Zentralen Platz. Da der Platz dort aber als Parkplatz für das damalige Nordthüringer Impfzentrum gebraucht wurde, musste eine Ausweichmöglichkeit geschaffen werden. Doch das Impfzentrum ist abgeschlossen und die kleinere Variante ist in der Händelstraße. Doch der Markt soll in der Bahnhofstraße bleiben. Und das stößt manch einem sauer auf….

Ich habe gestern mit einigen Händlern und Marktbesuchern gesprochen und nach ihrer Meinung gefragt. Bernhard Scheffzik aus Worbis interessiert auch deren Meinung. Er ist rund 20 Mal selbst im Jahr auf dem Leinefelder Markt und hat einen Textilladen in Worbis. 

Bernhard Scheffzik geht es vor allem darum, was die Marktbesucher wollen, lieber den Markt in der Bahnhofstraße oder wieder auf dem Zentralen Platz. Er hat deshalb eine Umfrage gestartet, die sowohl anonym und digital im Internet ausgefüllt werden kann. Aber man konnte diese Umfrage auch an den Marktständen ausfüllen. Gefragt wurde:

  1. Haben Sie den Wochenmarkt in Leinefelde bereits besucht?
  2. Welche Angebote nutzen Sie?
  3. Haben Sie den neuen Standort in der Bahnhofstraße schon besucht?
  4. Bevorzugen Sie den alten Standort Zentraler Platz oder den neuen in der Bahnhofstraße?

In der Bahnhofstraße haben zehn Händler Platz. Die Straße ist nur auf der einen Seite, wo die Händler stehen, gesperrt. Von der anderen Seite kann man durchfahren. Das wiederum ist aber verkehrstechnisch bedenklich. Wenn nämlich jemand zwischen den Wagen von den Markthändlern die Straßenseite wechseln will. Vergangenen Woche wäre eine ältere Frau dabei fast überfahren worden. 

Die meisten Händler möchten wieder zurück auf den Zentralen Platz. Sie sagen, dass die Kunden aus der Südstadt nicht in die Bahnhofstraße kommen. Hierher kämen zwar neue Kunden aus der Altstadt, das seien aber längst nicht so viele. Außerdem würden die Toiletten für die Händler weit weg sein oder man muss sich selbst eine suchen und bezahlen. Ich kann meinen Stand nicht so lange allein lassen, sagte eine Händlerin. Eine andere bemängelte, dass die Kunden aus den Dörfern nicht mehr kommen. In der Bahnhofstraße fehlen die Parkplätze.

Die Bushaltestelle wird weiterhin bedient. Hier muss Platz gelassen werden. Fotos: Ilka Kühn

Auch haben die Händler mit den Bekleidungssachen keinen Platz mehr. Einige überlegen, ob sie überhaupt noch mit ihrem Stand nach Leinefelde kommen, wenn der Markt in der Bahnhofstraße bleibt. Das Argument, dass die Marktbesucher auch in die Geschäfte in der Bahnhofsstraße gehen, wurde nicht bestätigt. Mir sagte beispielsweise ein Marktbesucher, dass er wenn er in die Geschäfte in der Bahnhofstraße möchte, das nicht mit dem Marktbesuch verbinde. Eine Verkäuferin bestätigte mir, dass der Zulauf in ihrem Geschäft durch den Markt nicht höher geworden ist. 

Der Zentrale Platz war am 3. Juni 1994 nach umfangreicher Sanierung und Modernisierung fertiggestellt und durch den damaligen Wirtschaftsminister Schuster übergeben worden. Ich habe noch den Zeitungsausschnitt gefunden in der Litfaßsäule. Der Zentrale Platz sollte ein Platz der Begegnung werden, so sehen es auch viele Marktbesucher. Man kauft ein und trifft sich. 

Die Frage bleibt, wenn kein Markt mehr auf dem Zentralen Platz sein soll, gibt es dann dort nur noch Veranstaltungen oder wird er nur als Parkplatz genutzt?

Wer sich an der Umfrage beteiligen möchte, kann hier klicken – ohne Anmeldung: https://www.surveymonkey.de/r/N5VKGY3

Für die anderen hat Bernhard Scheffzik die Umfrage ausgedruckt bei verschiedenen Händlern auf dem Markt hinterlegt. Sie können Ihre Meinung auch gern an meine Redaktion schicken: eichsfeldnachrichten@ilkakuehn.de

Es geht allein darum, herauszufinden, was das Beste für Kunden und Händler und auch für die Stadt ist. Denn, wenn die Kunden aus der Region wegbleiben, dann wäre es auch schade. Möge die Stadtverwaltung im Sinne beider handeln und überlegen, wo der Markt künftig sein soll. 

Ilka Kühn