Eichsfeld. Dieses Wochenende wird vielerorts zur Belastungsprobe. Der Deutsche Wetterdienst warnt vor extremer Hitze in weiten Teilen Deutschlands – auch Nordthüringen ist betroffen. Die Temperaturen können nach derzeitigen Prognosen deutlich über 35 Grad steigen, örtlich sind sogar Werte um oder über 40 Grad möglich.
Damit wird aus sommerlichem Wetter schnell eine ernstzunehmende Gesundheitsgefahr. Gerade an Tagen mit extremer Hitze ist es kein Zeichen von Schwäche, eine Veranstaltung ausfallen zu lassen oder den geplanten Ausflug zu verschieben. Im Gegenteil: Wer auf seinen Körper hört, handelt vernünftig.
In den kommenden Tagen stehen vielerorts Feste, Märkte, Konzerte und andere Veranstaltungen an. Viele Menschen freuen sich nach einer arbeitsreichen Woche auf Abwechslung, Begegnung und ein wenig Normalität. Doch bei extremer Hitze sollte genau abgewogen werden, ob der Besuch wirklich sein muss – besonders dann, wenn Veranstaltungen in der prallen Sonne stattfinden, lange Wege zurückgelegt werden müssen oder kaum Schattenplätze vorhanden sind.
Besonders gefährdet sind ältere Menschen, Kinder, Schwangere, chronisch Kranke sowie Personen mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Aber auch gesunde Menschen können bei großer Hitze schnell an ihre Grenzen kommen. Kopfschmerzen, Schwindel, Übelkeit, Kreislaufprobleme oder starke Erschöpfung sind Warnzeichen, die ernst genommen werden müssen.
Der Körper versucht bei hohen Temperaturen, sich über Schwitzen selbst zu kühlen. Damit das gelingt, braucht er ausreichend Flüssigkeit. Empfohlen wird, über den Tag verteilt etwa zwei bis drei Liter zu trinken – am besten Wasser, ungesüßte Tees oder stark verdünnte Saftschorlen. Alkohol ist bei Hitze keine gute Idee. Er belastet den Kreislauf zusätzlich und kann den Flüssigkeitsmangel noch verstärken.
Körperliche Anstrengung sollte vor allem in der heißesten Tageszeit vermieden werden. Wer etwas erledigen muss, sollte dies möglichst in die frühen Morgenstunden oder in den Abend legen. Auch Veranstaltungsbesuche sind dann besser, wenn sie nicht zur Mittags- oder Nachmittagshitze stattfinden. Wer dennoch unterwegs ist, sollte helle, luftige Kleidung tragen, eine Kopfbedeckung nutzen und regelmäßig Schatten aufsuchen.
Auch zu Hause lässt sich einiges tun. Sinnvoll ist es, nachts und frühmorgens zu lüften, solange die Luft noch kühler ist. Tagsüber sollten Fenster, Rollos oder Vorhänge geschlossen bleiben, damit sich die Räume nicht unnötig aufheizen. Kühlende Fußbäder, feuchte Tücher, Thermalwasserspray oder kühlende Lotionen können helfen, den Körper zu entlasten.
Besondere Vorsicht gilt in parkenden Autos. Schon nach kurzer Zeit können sich Fahrzeuge lebensgefährlich aufheizen. Kinder, ältere Menschen und Tiere dürfen deshalb niemals im Auto zurückgelassen werden – auch nicht „nur kurz“ und auch nicht bei geöffnetem Fensterspalt.
Veranstalter sollten bei solchen Temperaturen ebenfalls genau hinschauen: Gibt es ausreichend Schatten? Steht Trinkwasser zur Verfügung? Können Programmpunkte verschoben oder angepasst werden? Werden Besucherinnen und Besucher auf Risiken hingewiesen? Bei extremer Hitze geht Sicherheit vor Programm.
Für Besucherinnen und Besucher gilt: Niemand muss sich beweisen. Wer sich unwohl fühlt, Kreislaufprobleme hat oder Hitze schlecht verträgt, sollte lieber zu Hause bleiben. Eine verpasste Veranstaltung ist ärgerlich. Ein Hitzekollaps ist gefährlich.
Die wichtigste Botschaft für dieses Wochenende lautet deshalb: Trinken, Schatten suchen, Anstrengung vermeiden – und im Zweifel eine Veranstaltung auch einmal auslassen. Gesundheit geht vor.

