Was kann aus dem Alten Turm werden?

Eine Idee von Michael Reinhold.

Der Alte Turm in Beuren war einst das Wahrzeichen des Ortes und er könnte es vielleicht auch wieder werden. Zumindest ist er schon einmal Gegenstand in der jüngsten Sitzung des Ortsteilrates gewesen. Die Stadt Leinefelde-Worbis hat den Turm für den symbolischen Euro vor einiger Zeit von der Kirche übernommen. 

Es muss sich etwas tun. Momentan steht ein Bauzaun auf dem Gelände, aber nur zur Absicherung, falls noch ein Stein herunterfällt. Stadt-Bürgermeister Marco Grosa sagte in der Sitzung, dass demnächst eine Fachkraft den Turm von außen stabilisieren könne. 

Er ging auf Zeichnungen ein, die Kinder in Bezug auf den Turm vor Weihnachten gemalt hatten. Vielleicht sei da ja eine Idee dabei, was man künftig inhaltlich mit dem Turm machen könnte.

So könnte der Bereich rund um den Turm einmal aussehen. Quelle: Michael Reinhold

Michael Reinhold aus Beuren hatte sich bereits intensiv 2004 mit dem Turm befasst und 2005 seine Diplomarbeit an der Technischen Fachhochschule Berlin im Studiengang Bauingenieurwesen abgegeben. Es beinhaltet das Sanierungskonzept für ein denkmalgeschütztes Bauwerk am Beispiel des Alten Turms.

Michael Reinhold beschreibt da nicht nur den Zustand des Turms, sondern auch, was aus ihm einmal werden könnte. Er schreibt:”Durch Gespräche mit der Kommunalverwaltung, Kirchenverwaltung, ortsansässigen Vereinen sowie An- und Einwohnern wurde sehr schnell deutlich, dass repräsentative Räumlichkeiten zum Zwecke der dorfgeschichtlichen Darstellung benötigt werden. Die zentrale Lage des Turms im historischen Ortskern Beurens und somit sehr gute Erreichbarkeit kommen dem sehr entgegen. 

Aus der Größe des Turms ergeben sich folgende für die Nutzung einer Ausstellung maßgebende Kenngrößen. Die Bruttowandfläche der Innenwände beträgt ca. 240 m² (ohne Dachgeschoss). Ausgehend von einer maximalen Präsentationshöhe von 2,20m verbleiben ca. 150 m², verteilt auf 5 Geschosse. Die Bruttofläche des Fußbodens, einschließlich Dachgeschoss, beträgt ca. 126 m². Abzüglich der Treppenöffnungen verbleiben ca. 115 m², verteilt auf 6 Geschosse. 

Im Zuge der Sanierung im Innenbereich wird eine  Verbindung der Geschosse aus gewendelten Holztreppen, die sich an der Rundung des Mauerwerks orientieren, oder alternativ Wendeltreppen vorgesehen.”

Denkbar wäre ebenfalls eine ständige Ausstellung zu platzieren und einen Bereich für wechselnde Ausstellungen vorzusehen. Dadurch kann ein größerer Personenkreis im Umfeld (Vereine etc.) angesprochen und zur ehrenamtlichen Mitarbeit bewegt werden, heißt es in einem weiteren Absatz der Diplomarbeit. 

Und Michael Reinhold hat sich auch schon Gedanken gemacht, wie der Turm innen und das Gelände aussehen könnte.

Schautafeln im Dachgeschoss – hier könnten wechselnde Ausstellungen stattfinden.

Auf 160 Seiten hat sich der Beuersche Michael Reinhold mit dem Turm befasst. Vielleicht hat ja der jetzige Stadtbürgermeister Interesse daran, wenn schon ein Einheimischer solche Ideen vorlegt. Sicher, es ist schon wieder eine Weile vergangen, aber die Idee kann doch aufgegriffen werden. Frei nach dem Motto: Warum denn in die Ferne schweifen, sieh, das Gute liegt so nah.

Ilka Kühn

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