
Worbis. Im Alternativen Bärenpark Worbis herrscht Trauer: Bärin DORO ist tot. Die Braunbärin musste am Samstag, 9. Mai 2026, im Alter von 35 Jahren eingeschläfert werden. Wie das Team des Parks mitteilte, hatte sich ihr Gesundheitszustand altersbedingt so verschlechtert, dass gemeinsam mit dem Tierarzt die schwere Entscheidung getroffen werden musste, sie gehen zu lassen.
Viele Besucher und Tierfreunde hatten noch gehofft, nachdem DORO zuvor in die Krankenstation gebracht worden war. Doch am Ende blieb keine andere Möglichkeit. „So schwer uns der Abschied auch fällt, so schön sind die Erinnerungen an dich“, schreibt das Team des Alternativen Bärenparks in einem bewegenden Nachruf.
DORO galt im Park als besondere Persönlichkeit. Liebevoll wurde sie „Grummeloma“ genannt. Trotz ihres hohen Alters überraschte sie immer wieder mit ihrem Tatendrang und ihrer Stärke. Besonders in Erinnerung bleibt vielen Mitarbeitern der Moment, als die alte Bärin stolz aus ihrer ersten selbstgebauten Höhle trat. Auch ihre Leidenschaft, bei Wind und Wetter an ihren Lieblingsplätzen zu graben und zu arbeiten, bleibt unvergessen.
Die Geschichte von DORO war zugleich eine Geschichte der Rettung. Gemeinsam mit ihrer Schwester DARIA war sie 2019 aus einem berüchtigten spanischen Zoo nach Worbis gebracht worden. Der Zoo hatte europaweit Schlagzeilen gemacht, nachdem Mitarbeiter das Gelände verlassen hatten und die Tiere unter katastrophalen Bedingungen zurückblieben. Unter der heißen Sommersonne drohten viele Tiere zu verenden.
Mehr als 25 Jahre hatte DORO zuvor in einer tristen Anlage in Südspanien gelebt – umgeben von Sandsteinmauern und Panzerglas. Erst im Alternativen Bärenpark Worbis konnte sie erfahren, was naturnahes Leben bedeutet. Unvergessen bleibt für das Team auch der Augenblick, als die alte Bärendame zum ersten Mal vorsichtig in den Badeteich tappte. „Das gesamte Team bekam Gänsehaut und war den Tränen nahe“, heißt es rückblickend.
Heute lebt ihre Schwester DARIA im Alternativen Wolf- und Bärenpark Schwarzwald weiter. In Worbis dagegen bleibt nun eine Lücke. Die vertrauten Plätze gegenüber dem Totemplatz erinnern an eine außergewöhnliche Bärin, die vielen Menschen ans Herz gewachsen war.

