Neue Tagespflege und Sozialstation öffnete Türen

Großes Interesse bestand am Tag der offenen Tür, sich einmal das Haus anschauen zu können. Fotos: Ilka Kühn

Beim Tag der offenen Tür  bei der neuen DRK-Tagespflege und Sozialstation in Bischofferode war reges Interesse. Viele Leute haben sich umgesehen, waren interessiert, was hier geschaffen wurde. Die DRK-Verantwortlichen vom Kreisverband hießen sie am vergangenen Samstag herzlich willkommen.

Um 11 Uhr war offizielle Begrüßung vor dem Haus. Der Präsident des DRK-Kreisverbandes, Gerd Reinhardt, würdigte diese neue Einrichtung. Nach Leinefelde, Worbis und Teistungen ist es ein weiteres Angebot des DRK im Kreis für ältere Menschen. 

Eigentlich sollte die Eröffnung der Tagespflege und Sozialstation mit dem für die Region Bischofferode so passenden Namen “Glück auf”  schon vor einigen Monaten gefeiert werden, das ging jedoch aus Pandemiegründen nicht. So sind derweil schon Bewohner in die Wohnungen eingezogen und die Tagespflege wird auch schon genutzt. 

Viel Lob erhielt die Familie Rybicki, ohne sie könnte das Haus nicht hier stehen. Ihr ist es zu verdanken, dass das Konzept für barrierefreie Wohnungen mit 19 Wohneinheiten, einer Tagespflege für 25 Gäste und einer ambulanten Pflege für Seniorinnen und Senioren umgesetzt werden konnte. Es steht auf ihrem einstigen Grudnstück. Helga Rybicki wäre gern mit ihren Ehemann Albert auch eingezogen. Doch ihr Mann ist im vergangenen Jahr gestorben, so lebt sie im neuen Objekt jetzt allein.

Doch allein ist hier niemand. Man kennt inzwischen die Mitbewohner und einige kannten sich auch schon vorher. Einen der kürzesten Umzugswege hatten beispielsweise Anneliese Jauer (Foto) und ihr Ehemann. Ihre einstige Wohnung war gleich gegenüber. Alle Möbel konnten sie von dort in ihre moderne Zwei-Raumwohnung mit großem Bad zwar nicht mitnehmen, aber sie haben sich jetzt sehr gemütlich hier eingerichtet. Es fehlt an nichts. Und vom Balkon schauen sie in die Wälder. Die 87jährige ist geistig sehr fit und auch zu Fuß noch gut unterwegs. Sie freut sich, dass sie diesen Umzug gewagt haben. 

Einer, der sich auch freut, dass alles so gut angenommen wird, ist Gerhard Ehbrecht vom Unternehmen Fliesen Ehbrecht in Obernfeld bei Duderstadt. Seine Firma hat das komplette Haus mit Fliesen ausgestattet. Bei der Besichtigung durch das neue Haus konnte er nochmal alles in Augenschein nehmen und auch Fragen beantworten. Ebenso Clarissa Ehbrecht vom ES-Architekturbüro in Duderstadt, das für seine Arbeit viel Lob erhielt. 

Natürlich sprach der Vorstandsvorsitzende des DRK-Kreisverbandes, Guido Solf, auch den Handwerksbetrieben und Gewerken seinen herzlichsten Dank aus, schließlich ist ein vorzeigefähriges Haus entstanden, in dem sich die ältere Generation wohlfühlen kann. 

Gedankt wurde auch denen in der Kommune, die diesem Projekt von Anfang an sehr positiv gegenüber standen, wie beispielsweise Bürgermeister Heiko Steinecke. Von ihm und einigen anderen Gästen dieses Tages kamen die herzlichsten Glückwünsche für das gelungene Projekt.

425 Quadratmeter groß ist die Einrichtung mit einem großen Wohn- und Essbereich mit Küche. Mehrere Gruppenräume laden in der Sozialstation zu verschiedenen Aktivitäten ein, aber auch zum Verweilen am Kamin. Das Haus strahlt eine angenehme Atmosphäre aus. Lediglich im Außenbereich sind noch einige Arbeiten zu erledigen. 

Die Leitung der Bischofferöder Sozialstation obliegt Marie-Christin Pape und Simone Engel. Mit ihren Mitarbeitern haben sie die interessierten Gäste auch beim Rundgang durch das Haus in kleineren Gruppen begleitet. 

Der Tagesablauf soll abwechslungsreich sein, anregend für die Seniorinnen und Senioren. Zeit in Gemeinschaft zu verbringen. Das dies gut tut, das haben schon in den vergangenen Wochen die hier wohnenden älteren Menschen erfahren. Man hat seinen eigenen Bereich und ist doch nicht weit weg, wenn man die Gemeinschaft sucht. Auch wenn es manchem nicht leicht gefallen ist, seine gewohntes “altes Zuhause” zu verlassen. 

In Bischofferode gibt es derzeit noch einige kleinere Wohnungen, die noch nicht bezogen sind. Für die großen gibt es schon Wartelisten.

Ilka Kühn