Kirchweihfest in Teistungen

Pfarrer Reinhold (li.) und Pfarrer i.R. Kowallik. Foto: T. Nickel

Gestern feierte die katholische Pfarrgemeinde St. Andreas Teistungen ihr Kirchweihfest. Der Gottesdienst fand im Freien neben der Pfarrkirche statt und Pfarrer Tobias Reinhold konnte zudem das restaurierte Kreuz einsegnen. Zugleich begrüßte Tobias Reinhold als Konzelebranten seinen Vor-Vorgänger, Pfarrer i. R. Heinz Kowallik. Pfarrer Kowallik war von 1982 bis 2010 Pfarrer in St. Andreas Teistungen.

In seiner Festpredigt sprach Pfarrer Reinhold über die heutigen Aufgaben einer Pfarrgemeinde. Diese sollte in der heutigen Zeit eine einladende, solidarische und geistliche sein und ein offenes Ohr für die Anliegen ihrer Gläubigen haben. Reinhold zitierte am Ende seiner Ansprache einen Text des früheren Wiener Kardinals Franz König:

Die Kirche Christi sei

Eine einladende Kirche.
Eine Kirche der offenen Türen.
Eine wärmende, mütterliche Kirche.

Eine Kirche des Verstehens und Mitfühlens,
des Mitdenkens, des Mitfreuens und Mitleidens.
Eine Kirche, die mit den Menschen lacht
und mit den Menschen weint.
Eine Kirche, der nichts fremd ist
und die nicht fremd tut.
Eine menschliche Kirche,
eine Kirche für uns.

Eine Kirche, die wie eine Mutter auf ihre Kinder warten kann.
Eine Kirche, die ihre Kinder sucht und ihnen nachgeht.
Eine Kirche, die die Menschen dort aufsucht, wo sie sind:
bei der Arbeit und beim Vergnügen,
beim Fabriktor und auf dem Fußballplatz,
in den vier Wänden des Hauses.
Eine Kirche der festlichen Tage
und eine Kirche des täglichen Kleinkrams.
Eine Kirche, die nicht verhandelt und feilscht,
die nicht Bedingungen stellt oder Vorleistungen verlangt.

Eine Kirche, die nicht politisiert.
Eine Kirche, die nicht moralisiert.
Eine Kirche, die nicht Wohlverhaltenszeugnisse verlangt oder ausstellt.
Eine Kirche der Kleinen,
der Armen und Erfolglosen,
der Mühseligen und Beladenen,
der Scheiternden und Gescheiterten
im Leben, im Beruf, in der Ehe.

Eine Kirche derer, die im Schatten stehen,
der Weinenden, der Trauernden.
Eine Kirche der Würdigen,
aber auch der Unwürdigen,
der Heiligen, aber auch der Sünder.
Eine Kirche – nicht der frommen Sprüche,
sondern der stillen, helfenden Tat.
Eine Kirche des Volkes.

Franz Kardinal König (1905 – 2004), in seinem Schlusswort zum Ende des Zweiten Vatikanischen Konzils am 8. Dezember 1965.