Im Jugendzentrum Graffiti-Kunst näher gebracht

Manche ärgern sich darüber, andere können davon nicht lassen: Graffitis. Das Wort kommt aus dem Italienischen und steht für sichtbare Elemente in Form von Schriftzügen, Bildern oder Zeichen. Jetzt versuchten sich auch Kinder und Jugendliche aus dem Leinefelder Jugendzentrum in dieser Kunst.

Das in Trägerschaft des Diakonischen Werkes geführte offene Kinder- und Jugendzentrum in Leinefelde hatte bereits kurz vor den Sommerferien zum Graffiti-Workshop eingeladen, doch damals musste er auf Grund von schlechtem Wetter ausfallen. Denn, wer braucht schon Regen, wenn er Bilder auf die Wand im Freien sprühen oder malen möchte.

Malte Orth

Das Jugendzentrum hatte sich natürlich professionelle Hilfe geholt, denn ohne geht es nicht, wenn man etwas lernen möchte. Malte Orth aus Göttingen war für zwei Tage nach Leinefelde gekommen, um den Mädchen und Jungen zu zeigen, was Graffiti ist und wie tolle Bilder entstehen können. Natürlich lernt man so etwas nicht in zwei Tagen, aber es ging ja auch darum, sich mal ausprobieren zu können. Und man sollte einiges beachten. 

So klärte Malte Orth die Teilnehmer auf, dass man nicht irgendwo, wo es einem gerade gefällt und wo eine freie Wand zu sehen ist, sie mit Farbe besprüht. Das kann sehr teuer werden. Zunächst bekamen alles Schutzmasken wegen des Umgangs mit Farben. Farben waren genügend da. So griffen die Kinder und Jugendlichen im Alter von 11 bis 25 Jahren zu den Farbdosen und ließen ihren Ideen freien Lauf. Nicht ohne, dass Malte Orth doch immer mal eingreifen musste. Graffiti muss schon gut überlegt sein, wenn es auch gut aussehen soll. 

Die Teilnehmer lernten schon eine ganze Menge, was geht und was nicht geht. Schließlich ist Malte Orth vom Fach. Der 41jährige hatte mit 20 Jahren mit der Graffiti-Kunst begonnen. Er gehörte damals einer Crew von rund 25 Leuten an, die sich mit Graffiti befassten. Er bedauert, dass nicht in jeder Stadt freie Flächen zum legalen Malen zur Verfügung gestellt werden. In Göttingen gäbe es gerade mal eine, und diese sei sehr begehrt. Für ihn sind jetzt solche Workshops eine wichtige Einnahmequelle. So fährt er von Ort zu Ort und vermittelt seine Kenntnisse und Fähigkeiten. In Leinefelde war er damit das erste Mal – aber sicher nicht das letzte. Den Kindern und Jugendlichen hat es jedenfalls viel Spaß gemacht.

Sie haben nicht irgendeine Fläche angemalt, sondern die vor dem Jugendzentrum bei der kleinen Skaterbahn. Johannes Trost und sein Kollege Kevin Henkel, beide sind gelernte Erzieher und leiten gemeinsam das Zentrum in der Südstadt von Leinefelde, freuen sich, dass dieser Workshop zustande kam. 

Das Projekt konnte durch die Partnerschaft für Demokratie im Eichsfeld im Rahmen des Bundesprogramms „Demokratie leben!“ des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend sowie durch das Thüringer Landesprogramm für Demokratie, Toleranz und Weltoffenheit gefördert werden.

Das Kinder- und Jugendzentrum ist montags bis donnerstags von 14 bis 21 Uhr geöffnet, freitags und samstags von 14 bis 22 Uhr. Sonntags ist geschlossen. 

Ilka Kühn