Gelungene Synthese von Natur und Technik

Für die infrastrukturelle Weiterentwicklung Thalwendens sind die Voraussetzungen geschaffen. Innerhalb eines Jahres hat die EW Wasser als Betriebsführerin des Zweckverbands Wasserversorgung und Abwasserentsorgung Obereichsfeld (WAZ) eine vollbiologische Kläranlage für den Ort errichtet.

Zur feierlichen Einweihung am 24. September 2020 begrüßten Ottmar Föllmer, Vorsitzender des WAZ und Ulrich Gabel, Geschäftsführer der Eichsfeldwerke, den Staatssekretär im Thüringer Ministerium für Umwelt, Energie und Naturschutz, Olaf Möller, und Thalwendens Bürgermeister Rainer Wehr sowie weitere geladene Gäste. 

Das symbolische blaue Band durchtrennten Geschäftsführer Ulrich Gabel, Staatssekretär Olaf Möller, Ottmar Föllmer, Vorsitzender des WAZ, und Bürgermeister Rainer Wehr (v.l.). Fotos: Eichsfeldwerke

In die zentrale Abwasseraufbereitung inklusive aller Zu- und Ableitungen investierte der Zweckverband circa 1,6 Millionen Euro, die der Freistaat Thüringen mit rund 525.000 Euro förderte. Die neue Anlage im Wiesenbachtal ist für 350 Einwohnerwerte ausgelegt und ermöglicht damit die Erschließung des Wohnbaugebietes „Vor dem Dorfe“ am Ortseingang aus Richtung Uder. Darüber hinaus zeichnet sie ein besonders energieeffizientes und zugleich naturnahes Reinigungsverfahren aus, das in zwei Stufen erfolgt: Zunächst findet in drei Scheibentauchkörpermodulen die biologische Reinigung statt. Hierfür werden die Stoffwechselprozesse von Bakterien genutzt. Den dafür notwendigen Sauerstoff erhalten die Mikroorganismen durch die ständige Rotation der Scheibentauchkörper. Die drei Module nehmen nur einen Platz von 45 Quadratmetern in Anspruch, bieten jedoch den Bakterien eine 3.100 Quadratmeter große Arbeitsfläche. Im zweiten Schritt durchfließt das Abwasser zur Nachbehandlung zwei kaskadenförmige Schönungsteiche mit einer Gesamtfläche von 1.100 Quadratmetern. Das gereinigte Abwasser fließt anschließend im freien Gefälle in den Wiesenbach. Dieses effiziente und ökologische Reinigungsverfahren leistet einen wesentlichen Beitrag zum nachhaltigen Umwelt- und Gewässerschutz nach den Anforderungen der Europäischen Wasserrahmenrichtlinie.

Mit dem Bau der Anlage hat die EW Wasser, Tochter der Eichsfeldwerke, wieder modernste Technik und Naturnähe in Einklang gebracht. Sie betreibt bereits 9 weitere Kläranlagen dieser Art in Katharinenberg, in Wüstheuterode, in Diedorf, in Berka vor dem Hainich, in Küllstedt/Büttstedt, bei Arenshausen mit der Kläranlage Unteres Leinetal und im Wohnbaugebiet „Am Hopfenberg“, nahe Lengefeld mit der Kläranlage Schildbach und in Birkenfelde. Mit einem Energiebedarf von jährlich rund 15 – 25 kWh pro Einwohnerwert arbeiten diese naturnahen Abwasserreinigungssysteme besonders energiesparend.

Die Thalwendener waren eingeladen, beim anschließenden Tag der offenen Tür die neue Anlage unter die Lupe zu nehmen.