Göttingen. Am Evangelischen Krankenhaus Göttingen-Weende ist das überregionale Netzwerk „Lungenkrebs CT-Screening Mitteldeutschland“ gegründet worden. Mehr als 100 Ärzte aus Niedersachsen, Hessen, Thüringen, Nordrhein-Westfalen und Sachsen-Anhalt arbeiten darin zusammen.

Das Krankenhaus ist nach eigenen Angaben das erste Zentrum in Niedersachsen, das eine qualitätsgesicherte Lungenkrebs-Früherkennung mittels Niedrigdosis-Computertomografie vollständig anbietet. Ziel ist es, Lungentumore bei besonders gefährdeten Menschen möglichst früh zu erkennen, wenn noch gute Heilungschancen bestehen.
Lungenkrebs verursacht häufig erst in einem fortgeschrittenen Stadium Beschwerden. Wird die Erkrankung dagegen bereits im Stadium I festgestellt, sind die Behandlungsmöglichkeiten deutlich besser.
Anspruch auf die von den gesetzlichen Krankenkassen finanzierte Untersuchung haben Menschen zwischen 50 und 75 Jahren, die mindestens 25 Jahre geraucht haben oder erst vor weniger als zehn Jahren mit dem Rauchen aufgehört haben. Voraussetzung sind außerdem mindestens 15 sogenannte Packungsjahre.
Die Untersuchung erfolgt ohne Kontrastmittel und dauert nur wenige Minuten. Nach Angaben des Krankenhauses ist die Strahlenbelastung sehr gering. Unterstützt durch künstliche Intelligenz können selbst kleinste Veränderungen im Millimeterbereich erkannt werden.
Bei einem auffälligen Befund beraten Spezialisten verschiedener Fachrichtungen im Lungentumorzentrum Universität Göttingen gemeinsam über die weitere Diagnostik und Behandlung. Die Teilnehmer werden anschließend jährlich erneut untersucht.
Zum Angebot gehört auch Unterstützung bei der Rauchentwöhnung. Denn trotz aller Fortschritte in der Früherkennung bleibt der Verzicht auf Zigaretten die wirksamste Möglichkeit, das persönliche Lungenkrebsrisiko zu senken.
Zunächst sollen bis zu 20 Untersuchungen täglich durchgeführt werden. Innerhalb eines Jahres ist eine Steigerung auf bis zu 40 Untersuchungen pro Tag vorgesehen.

