Das Wort zum Sonntag: In Zeiten der Flut

Von Pfr. Gregor Arndt

Im zentralen Bibeltext des Sonntags berichtet der Evangelist Markus von Jesus und seinen Jüngern, die körperlich und seelisch völlig fertig sind – und einfach nur flüchten. Sie haben kaum Zeit zum Essen und werden ständig von Menschen angefragt. Jesus nimmt sie in einem Boot an einen ruhigen Ort. Sie sind über Wasser, was bei den Bildern der Überflutungen in diesen Tagen zwischen Ahr und Rhein nicht selbstverständlich ist. 

Die Jünger fahren mit Jesus zum nächsten Ufer, wo schon wieder Menschengruppen auf sie warten. Jesus verweist in diesem Moment auf das Bild einer Schafherde. Diese bedürfen eines Hirten. Müssten nicht zuerst Selbthilfeprogramme, Bildung von Netzwerken und geregelte Abläufe organisiert werden? Nein, Jesus sucht Hirten.

Und er verweist in diesen Tagen der Sintflut an Ahr und Rhein auf eine tiefe Weisheit: Wenn alles „den Bach heruntergeht“ bedarf es zuerst des einzelnen, der an seinem Ort mit seinen Ressourcen und Begabungen zum Hirten und Helfer wird.

Da ist die Schulleiterin, die mitten in der Not irgendwo in der Eifel ihre Schule zur Notunterkunft  umorganisiert. Da ist am Rande des Zuckertütenfestes in einem der Kindergärten unserer Pfarrei eine Familie, die gerade ein Paket zu Bekannten in die Flutregion aufgegeben hat. Der Gute Hirt sucht Hirten…                                                    

Einen gesegneten Sonntag                                               

Pfarrer Gregor Arndt

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