Corona – vom Kreuz getroffen

Das Wort zum Sonntag von Pfr. Arndt

Vor der Station „Jesus wird ins Grab gelegt“ in der Leinefelder Bonifatiuskirche steht das Coronakreuz und setzt den Abschluss des dortigen Kreuzweges. Kreuz und das Stationsbild aus Glas bilden eine Brücke zwischen dem historischen Kreuzestod Jesu und dem Leid in diesen Coronatagen. Beim Kreuzweg generell verbinden sich drei Akzente: Da ist zum einen der Bezug zum biblischen Geschehen.

Das Gehen des Kreuzweges ist immer ganzheitlicher Bibelunterricht. Zugleich ist der Weg zwischen Verurteilung und Grabesruhe das Muster für den Ablauf vieler Krisen- und Krankheitsprozesse. Die „unbiblischen“ Stationen wie das dreimalige Fallen Jesu und das Schweißtuch der Veronika zeigen, dass Leiderfahrungen von Menschen und deren Bewältigung in den Kreuzweg Jesu hineingekommen sind.

Der Kreuzweg Jesu wird so zu einem Ort, in dem eigenes Leid und deren Bewältigung Platz finden können. Kreuzweg als ein geistlich-therapeutischer Weg. Zum weiteren hat der Kreuzweg unserer Sprache Bilder und Worte geschenkt, die uns in den sprachlosen Momenten des Unglücks zur Verfügung stehen. Das Wort „Kreuzweg“ allein kann Leidsituationen aller Art zum Ausdruck bringen und dennoch Hoffnungspotentiale eröffnen. 

Auf dem Weg zu Ostern

Pfarrer Gregor Arndt

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