Leinefelde. Der kleine Zwergpudel hatte alles, was man für einen Besuch auf der Landesgartenschau braucht: seine Besitzerin, eine Leine – und sogar eine Dauerkarte. Zweimal hatte das auch problemlos funktioniert. Beim dritten Mal allerdings war bereits am Eingang Schluss.

Nicht der Hund war das Problem. Die Leine war es.
Nach Schilderung der Hundebesitzerin beanstandete der Einlassdienst die Leine. Es war aber keine Flexi- oder Schleppleine, denn diese sind nicht gestattet. Lediglich im oberen Bereich hatte die Frau einen Knoten gemacht. Damit ließ sich für die Besitzerin die Leine besser halten. Um die Diskussion zu beenden, wollte die Frau den Knoten einfach lösen. Doch damit entstand offenbar das nächste Problem: Nun habe der Einlassdienst erklärt, die Leine entspreche nicht mehr der vorgeschriebenen Länge.
Für die Hundebesitzerin war die Situation kaum nachvollziehbar. Vor allem deshalb, weil sie nach eigenen Angaben mit genau dieser Leine bereits zweimal auf der Landesgartenschau gewesen war.
Am Ende verließ sie sehr verärgert gemeinsam mit ihrer Tochter und dem kleinen Zwergpudel das Gelände wieder, ohne die Landesgartenschau besucht zu haben.
Dabei hätte die Sache möglicherweise in wenigen Augenblicken geklärt werden können. Denn für Hunde gelten auf der Landesgartenschau klare Regeln, und am Haupteingang können bei Bedarf geeignete Leinen ausgeliehen werden. Ein kurzer Hinweis darauf hätte ausgereicht: „Mit dieser Leine geht es nicht – nehmen Sie bitte eine von unseren.“ Doch der Einlassdienst hatte die Frau auf diese Möglichkeit nicht hingewiesen. Vielleicht hat er es auch gar nicht gewusst, das wäre mehr als peinlich.
Dass Regeln auf einem Gelände mit vielen tausend Besuchern notwendig sind, steht außer Frage. Auch Hundebesitzer müssen sich daran halten. Genauso wichtig ist allerdings, dass Vorgaben einheitlich angewendet und praktikable Lösungen angeboten werden.
Denn wenn ein Hund mit derselben Leine zweimal eingelassen wird und beim nächsten Besuch plötzlich draußen bleiben muss, bleiben Fragen.
Und eine ganz besonders: Warum musste ein kleiner Zwergpudel mit Dauerkarte wieder nach Hause, obwohl eine passende Ersatzleine offenbar nur wenige Schritte entfernt gewesen wäre?
Und was mir selbst gestern aufgefallen war: die Schlangen an den Eingängen. Es war Sonntag, ideales Wetter für eine Landesgartenschau. Da muss man von vornherein mit vielen Leuten rechnen und dementsprechend Personal einsetzen. Der Einlassdienst wird von einer Fremdfirma durchgeführt. Teilweise stand auch nur einer da, der die Karten gescannt hat. Da staut es sich dann natürlich am Einlass.
Ilka Kühn

