Leinefelde. Mehr als 300 Zuschauer hatten sich am Sonntagnachmittag vor der großen Bühne der Landesgartenschau eingefunden, um das Thüringer Polizeiorchester zu erleben. Unter der Leitung von Christian Beyer präsentierten die Musiker ein anspruchsvolles und abwechslungsreiches Konzert.

Christian Beyer ist der musikalische Leiter und Dirigent des Polizeiorchesters Thüringen. Foto: Ilka Kühn

In diesem Jahr kann das Orchester zudem auf eine 80-jährige Geschichte zurückblicken. In diesen acht Jahrzehnten ist ein riesiger Fundus an Noten und Arrangements zusammengekommen. Entsprechend groß ist die musikalische Bandbreite, aus der das Polizeiorchester schöpfen kann.

Das Programm führte durch ganz unterschiedliche musikalische Epochen. Werke und Melodien von George Gershwin und Glenn Miller  waren ebenso zu hören wie bekannte Filmmusik aus längst vergangenen Zeiten wie Casablanca.“As time goes bye“. Immer wieder zeigte das Orchester, wie vielseitig ein großes Blasorchester klingen kann.

Foto: Ilka Kühn

Durch das Programm führte Steffen Wolf. Er bezeichnete sich dabei augenzwinkernd selbst als „musikalischen Programmzettel“ – und tatsächlich beschränkte er sich nicht darauf, lediglich die nächsten Titel anzusagen. Zu vielen Stücken wusste er kleine Geschichten und Hintergründe zu erzählen und sorgte damit auch zwischen den musikalischen Beiträgen für gute Unterhaltung.

Mit kleinen Anekdoten und Geschichten bereicherte Steffen Wolf das Programm. Foto: Ilka Kühn

Mancher Besucher hätte sich im Laufe des Konzerts vielleicht noch etwas mehr von jener Musik gewünscht, die man traditionell mit einem Polizeiorchester verbindet: einen zünftigen Marsch, bekannte Unterhaltungsmelodien oder auch einmal kräftigere, rockige Klänge. Das Programm an diesem Nachmittag setzte über weite Strecken eher auf konzertante Töne.

Doch spätestens bei der Zugabe kamen auch die Freunde der klassischen Marschmusik auf ihre Kosten. Mit dem berühmten „Radetzky-Marsch“ setzte das Thüringer Polizeiorchester einen schwungvollen Schlusspunkt – und das Publikum ging begeistert mit.

An der musikalischen Qualität gab es ohnehin nichts auszusetzen. Präzision, ein ausgewogener Klang und hervorragende Musiker machten deutlich, auf welchem Niveau das Thüringer Polizeiorchester spielt. Dafür gab es am Ende verdient viel Beifall.

Die wenigen Schattenplätze am Rand waren begehrt. Foto: Ilka Kühn
Oder man nutzte die Pläne als Sonnenschutz. Foto: Ilka Kühn

Eine ganz andere Herausforderung hatte allerdings weniger mit der Musik als mit dem Wetter zu tun. Das Konzert begann um 14 Uhr, und bei sommerlich warmen Temperaturen prallte die Sonne unerbittlich auf den Platz vor der großen Bühne. Sonnenschirme oder andere Möglichkeiten, die den Konzertbesuchern etwas Schatten hätten spenden können, gab es dort nicht. Wer das Konzert an der Bühne erleben wollte, musste deshalb in der prallen Sonne sitzen.

Gerade bei Veranstaltungen am frühen Nachmittag und bei entsprechendem Wetter wäre hier etwas mehr Sonnenschutz für die Besucher durchaus wünschenswert.

Ilka Kühn