Giftige Waldpilze sind jedem Kind geläufig, giftige Blütenpflanzen auch, dass es aber auch giftige Baumarten gibt, überrascht manchen. Deshalb sollten sie diese Bäume kennen.

Die Gewöhnliche Rosskastanie (li. Bildhälfte), hin und wieder auch im Wald anzutreffen, ist in allen Baumteilen giftig. Für den Menschen gering, für Tiere stark giftig. Foto: Dr. Horst Sproßmann

Es gibt nicht wenige Pilze und Blütenpflanzen im Wald, die giftig sind. Der Fliegenpilz gehört dazu, ebenso die Tollkirsche oder das Maiglöckchen. Alle enthalten Substanzen, die bei Menschen und Tieren zu teils schweren Vergiftungen führen können, durchaus auch mit Todesfolge.

Giftig sind dabei nicht nur Pflanzenteile wie Blüten, Früchte oder Samen, sondern bisweilen das ganze Gewächs. Mit ihrem Gift schützen sich solcherart Pflanzen vor Fressfeinden. Das Gift wirkt gleichsam wie Stacheln.

Von den rund 32 forstlich wichtigen Baumarten gehören die Eibe, die Robinie und die Stechpalme zu den giftigen Vertretern. Aber auch die Rosskastanie, als Einzelbaum durchaus am Waldrand anzutreffen, ist giftig“, erläutert Jörn Ripken, ThüringenForst-Vorstand.

Bei der Eibe ist sogar der komplette Baum giftig, außer der rote Samenmantel. Der Verzehr einer Handvoll Eibennadeln oder Eibensamen kann für den Menschen durch Atemlähmung und Herzstillstand tödlich enden. Bei der Robinie sind Blätter, Samen, das Holz und vor allem die süßlich riechende Rinde giftig. Toxische Eiweiße führen allein schon beim Einatmen von Robinien-Holzstaub zu Vergiftungserscheinungen, in schweren Fällen zu einem Kollaps.

Giftig ist auch die Gemeine Stechpalme, die als kleinere Baumart auftritt. Die Gewöhnliche Rosskastanie, ein häufiger Biergarten-, Park- und Straßenbaum, der auch in Wäldern vorkommt, ist ebenfalls in allen seinen Bestandteilen giftig. Der nächste Waldbesuch kann trotzdem entspannt angegangen werden: Sämtliche giftige Baumarten sind in den heimischen Wäldern eher selten anzutreffen.

Dr. Horst Sproßmann