Thüringer Kreise im Vergleich

Das Thüringer Landesamt für Statistik hat die Publikation „Thüringer Kreise im Vergleich“ veröffentlicht. Die Neuerscheinung beschäftigt sich mit der Entwicklung der einzelnen Landkreise und der  kreisfreien Städte Thüringens.

Dabei werden neben den Informationen zu den allgemeinen und geografischen Angaben in den  Landkreisen und kreisfreien Städten auch wirtschaftliche und soziale Strukturen mit Entwicklungstendenzen aufgezeigt. Im Wesentlichen beziehen sich die statistischen Daten auf die Jahre 2010 und  2020 und beinhalten neben den absoluten Daten auch Veränderungsraten und Anteilsgrößen. 

Die Veröffentlichung bietet Informationen zu unterschiedlichen Themenbereichen. Genannt seien  hier als Beispiel Bevölkerung, Arbeitsmarkt, Wirtschaft, Tourismus, Bildung, Gesundheit und Finanzen. 

Die Publikation zeigt exemplarisch unter anderem auf, dass die durchschnittliche Arbeitslosenquote  im Jahr 2020 gegenüber 2010 in allen kreisfreien Städten und Landkreisen zurückging. Thüringen weit lag sie bei 6,0 Prozent (2010: 9,8 Prozent). Die niedrigste Arbeitslosenquote weist mit 4,1 Prozent der Landkreis Hildburghausen auf. Der höchste Wert wurde mit 8,6 Prozent in der kreisfreien  Stadt Gera ermittelt (2010: 13,5 Prozent). 

Alle Kreise verzeichneten 2019 gegenüber 2010 einen Anstieg des Bruttoinlandsprodukts. Dabei  wurde mit einem Plus von 49,6 Prozent der höchste prozentuale Zuwachs in der kreisfreien Stadt  Jena registriert. 

Die Arbeitsproduktivität (Bruttoinlandsprodukt je Erwerbstätigen) lag in den kreisfreien Städten mit  durchschnittlich 62 074 Euro leicht über dem Wert der Landkreise mit 59 884 Euro. Die höchste Arbeitsproduktivität wurde 2019 in der kreisfreien Stadt Jena mit 69 552 Euro ermittelt, die niedrigste  im Unstrut-Hainich-Kreis mit 55 607 Euro. 

Den Thüringern standen 2020 durchschnittlich 46,4 m2 Wohnfläche je Einwohner zur Verfügung; das  sind rund 6 m2 mehr als im Jahr 2010. Dabei errechnete sich in den Landkreisen eine deutlich höhere Wohnfläche je Einwohner als in den kreisfreien Städten. Die größte durchschnittliche Wohnfläche  steht mit 51,0 m2 je Einwohner im Kyffhäuserkreis zur Verfügung, die niedrigste in der Landeshauptstadt Erfurt mit 40,0 m2

Die Zahl der Straßenverkehrsunfälle ging im Jahr 2020 gegenüber 2010 um fast ein Fünftel zurück.  Dabei wurden in allen kreisfreien Städten und Landkreisen rückläufige Werte von Verkehrsunfällen  ermittelt. Der höchste Rückgang wurde im Landkreis Saalfeld-Rudolstadt mit einem Minus von  31,1 Prozent errechnet. Bei der Interpretation der Ergebnisse der Unfallzahlen ist jedoch zu beachten, dass die Maßnahmen zur Einschränkung der Pandemie einen Einfluss auf die Entwicklung des  Verkehrsaufkommens im Jahr 2020 haben können. 

Der in Thüringen insgesamt aufzeigende Trend steigender Schülerzahlen spiegelt sich auch in allen kreisfreien Städten und Landkreisen wider. Die höchste prozentuale Zunahme wurde mit einem Plus  von 37,9 Prozent in der kreisfreien Stadt Jena festgestellt. Die geringsten Zuwachszahlen verzeichnete der Wartburgkreis mit einer Steigerung der Schülerzahlen um 2,3 Prozent im Vergleich zum  Jahr 2010. 

Der Versorgungsgrad mit Ärzten, d. h. wie viele Patienten ein Arzt betreut, hat sich 2020 im Vergleich  zu 2010 mit Ausnahme des Kyffhäuserkreises und des Saale-Orla-Kreises verbessert. In Thüringen  insgesamt lag der Grad der Versorgung bei 222 Einwohnern je Arzt. Bei der Betrachtung differenziert  nach Regionen gab es deutliche regionale Unterschiede. Während in der kreisfreien Stadt Jena rein  rechnerisch ein Arzt 81 Einwohner versorgte, lag diese Relation im Saale-Orla-Kreis bei 517 Einwohnern je Arzt. 

Die Broschüre „Thüringer Kreise im Vergleich“ (Bestell-Nr. 40 407) steht ab sofort als kostenloser  Download auf der Website www.statistik.thueringen.de des Thüringer Landesamtes für Statistik zur  Verfügung.