Erfurt. Die Arbeitsgruppe „Zukunft Kindertagesbetreuung“ hat ihre Beratungen fortgesetzt. Nach der Auftaktsitzung im Juni kam das Gremium jetzt zum zweiten Mal zusammen. Im Mittelpunkt standen neue bundesgesetzliche Vorgaben für Kindertagesstätten sowie aktuelle Entwicklungen in Thüringen.
Eine wichtige Rolle spielte das Anfang September verabschiedete Startchancen- und Qualitätsentwicklungsgesetz. Es sieht bundesweit neue Schwerpunkte für die Kindertagesbetreuung vor. Dazu gehören verbindliche Qualitätsstandards und Verfahren, mit denen die Sprachentwicklung von Kindern bereits vor dem Schuleintritt festgestellt werden soll.
In Thüringen ist dazu bereits ein erstes Projekt gestartet. Seit dem 1. September wird der „Thüringer Qualitätskompass – sprachliche Bildung und inklusive Kindergartenentwicklung“ in 150 Kindertageseinrichtungen erprobt. Dabei geht es insbesondere darum, sprachliche Bildung stärker in den Kita-Alltag einzubinden und die inklusive Arbeit der Einrichtungen weiterzuentwickeln.
Thüringens Bildungsminister Christian Tischner machte deutlich, dass trotz des demografischen Wandels an hohen Qualitätsstandards und einer bedarfsgerechten Kita-Landschaft im gesamten Freistaat festgehalten werden soll. Die Arbeitsgruppe solle dazu beitragen, tragfähige Lösungen für die kommenden Jahre zu entwickeln.
Ein weiteres Thema war die geplante Weiterentwicklung der Kinder- und Jugendhilfe zu einem inklusiven Leistungssystem. Familien- und Jugendministerin Katharina Schenk verwies darauf, dass eine inklusive Kinder- und Jugendhilfe bereits seit Jahrzehnten von Fachleuten gefordert werde. Sie kündigte an, sich auch im anstehenden Bundesratsverfahren dafür einzusetzen.
In der Arbeitsgruppe arbeiten Vertreter der Kommunen, der freien Träger, der Gewerkschaften, der Landeselternvertretung, der Kindertagespflege und der Kirchen sowie mehrere Ressorts der Landesregierung zusammen.
Ein weiteres Treffen ist für den Herbst vorgesehen. Im Laufe des Jahres soll sich die Arbeitsgruppe außerdem mit Empfehlungen für einen „Zukunftsplan Kindergarten“ befassen. Welche Vertreter aus dem Eichsfeld an der Arbeitsgruppe beteiligt sind, ist derzeit noch nicht bekannt.

