Sondershausen/Nordhausen. Das 1. Sinfoniekonzert des Loh-Orchesters Sondershausen eröffnet unter dem Titel „Jugendlicher Elan“ die neue Konzertsaison. Zu erleben ist es am 3. Oktober 2026 um 18 Uhr im Haus der Kunst Sondershausen und am 4. Oktober 2026, ebenfalls um 18 Uhr, im Theater im Anbau in Nordhausen.

Am Dirigentenpult steht der junge Dirigent Clemens Fieguth. Nach vier Jahren im Festengagement am Theater Erfurt beginnt er in dieser Saison am Staatstheater Kassel als 1. Kapellmeister und stellvertretender Generalmusikdirektor. Zudem gehört er zu den Kandidaten für die Position des Generalmusikdirektors am TN LOS.

Das Konzert beginnt mit der Ouvertüre Nr. 3 zur Oper „Leonore“ op. 72b von Ludwig van Beethoven. Diese dritte von insgesamt vier Ouvertüren zu seiner einzigen Oper „Leonore“ beziehungsweise „Fidelio“ ist zu einem Hit im Konzertsaal geworden, obwohl die „Leonoren-Ouvertüre“ Nr. 3 chronologisch betrachtet eigentlich die zweite ist. Sie gilt als die populärste und umfangreichste aller Ouvertüren Beethovens.

Mit einem wuchtigen Fortissimo-Schlag beginnt das Werk und führt mit einer absteigenden Tonleiter sogleich in die Tiefe – in den Kerker, in dem Florestan von Don Pizarro gefangen gehalten wird und nach dessen Willen sterben soll. Mit einem strahlenden und kraftvollen Jubel nimmt der Schluss der Ouvertüre bereits das Ende der Oper vorweg. Er steht für die Überwindung von Tyrannei, für die Kraft der Wahrheit und für die Freiheit der Menschen.

Carl Maria von Weber komponierte sein Klarinettenkonzert im Alter von 24 Jahren für einen der besten Virtuosen seiner Zeit, den legendären Heinrich Baermann. Dieser besaß eine Klarinette modernster Bauart. Ihr geschmeidiger Klang und der durch zehn Klappen erweiterte Tonumfang begeisterten Weber so sehr, dass die Klarinette bald zu seinem Lieblingsinstrument wurde.

Für den Solisten des Abends, Lyuta Kobayashi, dürfte sie ebenfalls das Lieblingsinstrument sein.

Foto: Tilman Graner

Der in Nordhausen aufgewachsene Musiker wurde 2023 von der Deutschen Radio Philharmonie Saarbrücken Kaiserslautern zum Solo-Klarinettisten berufen – damals war er gerade 19 Jahre alt. Im Herbst 2026 wechselt Kobayashi in gleicher Funktion zum WDR Sinfonieorchester Köln. Mit Carl Maria von Webers Paradestück für die Klarinette präsentiert er sich nun in seiner alten Heimat.

Eine Ausnahme in diesem von jugendlichem Elan geprägten Konzertprogramm bildet der Komponist César Franck. Alle seine Werke, die heute zum Konzertrepertoire gehören, entstanden erst in den letzten 15 Jahren seines Lebens. Zu Lebzeiten fand er als Komponist kaum Anerkennung. Zwar war er ein angesehener Lehrer und Organist, seine Kompositionen fanden jedoch nur wenig Beachtung.

Auch die im Februar 1889, ein Jahr vor Francks Tod, uraufgeführte Sinfonie wurde zunächst zu einem Misserfolg und von seinen Kollegen verspottet. Die Nachwelt urteilte anders: Heute zählt Francks Sinfonie in d-Moll mit ihrer besonderen Eleganz zu den Favoriten des Konzertpublikums.

Tickets gibt es an der Theaterkasse unter Telefon 03631 6260-555 oder per E-Mail an kasse@theater-nordhausen.de.