Thüringen. Für rund 259.000 Schülerinnen und Schüler an den allgemeinbildenden und berufsbildenden Schulen in Thüringen haben am Freitag, 3. Juli, die Sommerferien begonnen. Insgesamt sind es nach Angaben des Bildungsministeriums 258.575 Kinder und Jugendliche.

Für rund 56.000 von ihnen lagen in den vergangenen Wochen besonders anstrengende Zeiten hinter ihnen. Sie absolvierten Prüfungen zur allgemeinen Hochschulreife, zum Realschulabschluss, zum Hauptschulabschluss oder zur Besonderen Leistungsfeststellung. Der Abiturnotendurchschnitt verbesserte sich leicht auf 2,11. Im Vorjahr hatte er bei 2,13 gelegen.

Bildungsminister Christian Tischner dankte zum Ferienbeginn den Lehrkräften, Erziehern und dem gesamten schulischen Personal für die geleistete Arbeit. In den kommenden Wochen werde es in den Schulen zwar ruhiger, zugleich liefen aber bereits die Vorbereitungen für das neue Schuljahr. Verlässliche Schule und hochwertige Bildungsangebote gehörten zu den wichtigsten Aufgaben des Freistaates.

Auch über die Sommerferien läuft in den fünf Thüringer Staatlichen Schulämtern das Einstellungsgeschehen weiter. Rund 500 Stellen sind derzeit an den Schulen zu besetzen. Interessierte Seiteneinsteiger können sich weiterhin über das Karriereportal des Freistaates für den Thüringer Schuldienst bewerben. Den seit August 2025 verbindlichen Vorkurs für Seiteneinsteiger haben nach Angaben des Ministeriums bereits mehr als 300 Personen erfolgreich absolviert. Der Kurs bereitet drei Monate lang auf den Einsatz an Schulen vor.

Im zurückliegenden Schuljahr wurden zudem mehrere neue Projekte auf den Weg gebracht. An 22 Schulen startete die sogenannte Verfassungsviertelstunde, mit der politische Bildung fächerübergreifend gestärkt werden soll. Das Leseband nach dem Hamburger Modell wurde an 84 Schulen eingeführt. Weitere 200 Schulen sollen in den kommenden zwei Jahren folgen.

Auch das Startchancen-Programm kommt nach Angaben des Ministeriums voran. An den beteiligten Schulen wurden Strukturen aufgebaut, zusätzliche Fachkräfte eingesetzt und Chancenbudgets für passgenaue Angebote vor Ort genutzt. Der Unterrichtsausfall sei um zwei Prozent reduziert worden, erklärte Tischner.

Ein weiterer Schwerpunkt ist der Einsatz Künstlicher Intelligenz im Unterricht. Mit AIS.chat steht den Thüringer Schulen ein datenschutzkonformes Werkzeug zur Verfügung, mit dem Schüler den Umgang mit generativer KI in einem geschützten Rahmen erproben können. Zudem wurde mit der Bund-Länder-Vereinbarung zum Digitalpakt 2.0 die Grundlage für den weiteren Ausbau der digitalen Bildungsinfrastruktur geschaffen.

Im neuen Schuljahr sollen unter anderem die nächste Schulordnungs-Novelle, überarbeitete Lehrpläne und verbindliche Sprachstandserhebungen im Vorschulalter im Mittelpunkt stehen. Weitere Einzelheiten will das Bildungsministerium bei der Pressekonferenz zum Schuljahresauftakt bekanntgeben. Diese ist voraussichtlich für Mittwoch, 12. August, 12 Uhr, geplant.

Für Lehrkräfte bietet das Ministerium in der Vorbereitungswoche erneut digitale Gesundheitsangebote an. In diesem Jahr stehen dabei Stressresistenz und Konfliktmanagement im Mittelpunkt.