
Leinefelde. Ein Rockkonzert im Sitzen – bei einer Band wie Rockhaus wirkt das zunächst etwas ungewöhnlich. Doch schon nach wenigen Minuten wurde klar: Die Stuhlreihen vor der großen Bühne auf der Landesgartenschau waren genau die richtige Entscheidung. Das Publikum ist mit der Band älter geworden und genoss den Konzertabend sichtlich.

Zudem zeigte sich die Natur von ihrer besten Seite: Pünktlich zum Konzertbeginn um 18 Uhr verschwand die Sonne hinter der Bühne, so dass die Besucher den Auftritt angenehm im Schatten verfolgen konnten.
Fast auf die Minute genau, begleitet vom fernen Läuten der Kirchenglocken, begann Rockhaus mit dem ersten Song. Vom ersten Ton an wurde deutlich: Die Berliner Kultband ist zwar älter geworden, aber keineswegs leiser. Druckvoller Sound, eine unverwechselbare Stimme und eine Spielfreude, die sofort auf das Publikum übersprang, machten den Auftritt zu einem echten Erlebnis.
Rockhaus gehört seit fast fünf Jahrzehnten zu den bekanntesten Bands der ehemaligen DDR. Mit Titeln wie „I.L.D.“, „Mich zu lieben“ oder „Bonbons und Schokolade“ schrieb die 1978 gegründete Band Musikgeschichte. Dass ihre Songs bis heute nichts von ihrer Wirkung verloren haben, zeigte sich eindrucksvoll auf der Landesgartenschau.
Die Musiker präsentierten sich bestens gelaunt und hatten sichtlich Freude am gemeinsamen Auftritt. Immer wieder lockerten sie das Konzert mit humorvollen Bemerkungen auf und nahmen dabei auch ihr eigenes Alter augenzwinkernd aufs Korn. Das kam beim Publikum bestens an und sorgte neben der Musik immer wieder für herzhaftes Lachen.
Vor der Bühne wurde zwar überwiegend gesessen, ruhig war es deshalb aber keineswegs. Viele Besucher wippten mit den Füßen, bewegten die Köpfe im Takt oder klatschten begeistert mit. Die Freude über das Wiedersehen mit Rockhaus war den langjährigen Fans ebenso anzusehen wie den jüngeren Besuchern, die die Musik der Band erst in den vergangenen Jahren für sich entdeckt haben. Rockmusik verbindet eben Generationen.
Die Band zeigte sich an diesem Abend so frisch und energiegeladen, als wären die großen Ostrock-Zeiten nie vorbei gewesen. Jeder Song wurde mit viel Leidenschaft gespielt, und genau diese Begeisterung sprang auf das Publikum über.


Nach dem Konzert war der Abend noch lange nicht vorbei. Geduldig schrieben die Musiker Autogramme, standen für Erinnerungsfotos zur Verfügung und nahmen sich Zeit für persönliche Gespräche mit ihren Fans. Ein sympathischer Abschluss eines Konzertabends, der eindrucksvoll bewies: Rockhaus hat auch nach fast 50 Jahren nichts von seiner Ausstrahlung und seinem Können verloren.
Dieser Auftritt gehörte sicher musikalisch zu den stärksten Konzerten der Landesgartenschau.
Ilka Kühn

