Berlin. Bei den deutschen Staatsanwaltschaften hat sich der Bestand an offenen Strafverfahren im vergangenen Jahr weiter vergrößert. Ende 2024 waren rund 950.900 Ermittlungsverfahren noch nicht abgeschlossen. Das geht aus Zahlen des Statistischen Bundesamtes (Destatis) hervor.

Gegenüber dem Vorjahr stieg die Zahl der offenen Verfahren um rund 27.400 Fälle oder 3,0 Prozent. Damit wurde der höchste Stand seit Beginn der statistischen Zeitreihe im Jahr 2014 erreicht.

Dabei ist die Zahl der neu eingegangenen Verfahren im Jahr 2024 sogar leicht zurückgegangen. Rund 5,49 Millionen neue Ermittlungsverfahren in Strafsachen wurden bei den Staatsanwaltschaften registriert. Das waren 1,4 Prozent weniger als im Jahr zuvor.

Gleichzeitig erledigten die Staatsanwaltschaften rund 5,46 Millionen Verfahren. Auch diese Zahl sank gegenüber 2023, allerdings lediglich um 0,7 Prozent. Damit wurden weiterhin weniger Verfahren abgeschlossen, als neu eingingen. Der bestehende Rückstand wuchs folglich weiter.

Besonders deutlich wird die Entwicklung beim Blick auf die vergangenen Jahre. Im Jahr 2020 war der Bestand an offenen Verfahren zuletzt zurückgegangen. Damals waren zum Jahresende rund 709.400 Verfahren bei den Staatsanwaltschaften anhängig.

Seitdem hat sich die Zahl der unerledigten Verfahren deutlich erhöht. Bis Ende 2024 stieg der Bestand um gut ein Drittel beziehungsweise 34 Prozent.

Die Zahlen zeigen damit eine anhaltend hohe Belastung der Staatsanwaltschaften. Obwohl 2024 weniger neue Verfahren eingingen, reichte die Zahl der erledigten Fälle nicht aus, um den bestehenden Bestand abzubauen. Für eine Trendwende müsste die Zahl der abgeschlossenen Verfahren künftig über der Zahl der neu eingehenden Ermittlungsverfahren liegen.