Alle Scheinwerfer sind auf Ostdeutsches Know-How in Zukunftsfeldern gerichtet 

Anlässlich der Internationalen Luft- und Raumfahrtausstellung (ILA) sind die Regierungschefin und Regierungschefs der ostdeutschen Länder am heutigen Donnerstag zu einer Sonderkonferenz am Flughafen Berlin Brandenburg zusammengekommen. Im Mittelpunkt der Beratungen standen die drängenden politischen Herausforderungen und Zukunftschancen Ostdeutschlands in den Bereichen Mobilität, Luft- und Raumfahrt, Weltraumforschung und -kommunikation sowie Sicherheit und Verteidigung.

„Die heutige MPK-Ost richtet alle Scheinwerfer auf die ostdeutschen Stärken und Potenziale in zentralen Zukunftsfeldern. Thüringer Unternehmen sind nicht nur national, sondern international gewichtige Player zum Beispiel in Bereichen wie Raumfahrt oder Satellitentechnologie. Dies sollte bei der Auswahl von Standorten, bei Forschungskooperationen oder bei Förderprogrammen stärker Beachtung finden.“ betonte Ministerpräsident Voigt im Anschluss an den Rundgang auf der ILA, der die Regierungschefin und die Regierungschefs auch beim Thüringer Unternehmen Jena Optronik vorbeiführte.

Initiative Thüringens zum autonomen Fahren

Als Zukunftsfeld brachte Thüringen auch die Etablierung eines deutschen Leitmarkts für autonomes Fahren in den Fokus der Beratungen. Auf Initiative des Freistaats haben die ostdeutschen Länder den Beitrag Ostdeutschlands zur Entwicklung und Einführung autonomer Mobilitätsangebote diskutiert. Thüringen verwies dazu auf konkrete Modellprojekte in Weimar sowie in den Landkreisen Weimarer Land und Saalfeld-Rudolstadt. Unterstützt werden diese durch starke wissenschaftliche und wirtschaftliche Netzwerke, darunter das Thüringer Innovationszentrum Mobilität an der Technischen Universität Ilmenau.

„Autonomes Fahren ist keine Zukunftsvision mehr, sondern eine konkrete Chance für die Mobilität von morgen. Gerade in ländlichen Regionen können intelligente und fahrerlose Mobilitätsangebote helfen, Fachkräfteengpässe zu entschärfen, Mobilität bezahlbar zu halten und neue wirtschaftliche Dynamik zu entfalten“, betonte Ministerpräsident Mario Voigt. Und weiter: „Ostdeutschland verfügt über hervorragende Voraussetzungen, um Vorreiter bei dieser Technologie zu werden. Dafür brauchen wir die Unterstützung des Bundes, insbesondere bei der Finanzierung und Förderung von Modellregionen.“

Thüringen setzt sich für zügigen Verkehrswege-Ausbau ein

Im Bereich der Schieneninfrastruktur drängten die Länder erneut auf einen zügigen und unbürokratischen Ausbau der Verkehrswege. Thüringen setzte sich dabei insbesondere für die Sicherung und den Ausbau der Mitte-Deutschland-Verbindung und der Nord-Süd-Achse über Halle und Erfurt ein. Darüber hinaus forderte der Freistaat niedrigere Trassenpreise, eine dauerhafte Stärkung der Regionalisierungsmittel sowie einen breiteren Mitteleinsatz aus dem Sondervermögen Infrastruktur und Klimaneutralität.

Potentiale Thüringens für Raumfahrt und Satellitentechnologie nutzen

Ein weiterer Schwerpunkt der Beratungen lag auf den Potenzialen Ostdeutschlands als Luft- und Raumfahrtstandort. Die ostdeutschen Länder haben sich für die langfristige Stärkung der ILA als führende Luft- und Raumfahrtmesse in Deutschland ausgesprochen. Zudem forderten sie den Bund auf, den Ausbau ostdeutscher DLR-Kompetenzzentren voranzutreiben, passgenaue Förderinstrumente für Start-ups, Scale-ups und kleine und mittlere Unternehmen im New-Space-Bereich zu schaffen und internationale Kooperationsmöglichkeiten zu verbessern.

Die heute gefassten Beschlüsse zur Stärkung des Luft- und Raumfahrtstandorts Ostdeutschland besitzen für Thüringen besondere Bedeutung. Mit Jena verfügt der Freistaat über einen international renommierten Standort für Optik, Photonik, Sensorik und Raumfahrtelektronik. Thüringer Unternehmen leisten wichtige Beiträge für moderne Raumfahrttechnologien. „Wir wollen unsere Unternehmen noch stärker in die wachsenden Wertschöpfungsketten der Raumfahrtproduktion einbinden und die Innovationskraft Ostdeutschlands sichtbarer machen. Thüringer Hightech-Unternehmen und Forschungseinrichtungen leisten bereits heute einen entscheidenden Beitrag zur technologischen Souveränität Deutschlands und Europas“, so Ministerpräsident Mario Voigt.

Die Bedeutung der ostdeutschen Raumfahrt- und Satellitenindustrie wurde zuletzt auch bei der NASA-Mission Artemis II deutlich. Technologien und Komponenten aus Thüringen und anderen ostdeutschen Ländern kamen bei der Mission zum Einsatz. Vor diesem Hintergrund haben die ostdeutschen Länder den Bund aufgefordert, die Satellitenforschung in Ostdeutschland weiter zu stärken und insbesondere die Förder-, Finanzierungs- und Marktzugangsbedingungen für Start-ups sowie kleine und mittlere Unternehmen der Branche zu verbessern.