Worbis. Nach der Sommerpause nimmt auch die kommunalpolitische Arbeit in Leinefelde-Worbis wieder Fahrt auf. Und ein Thema, das bereits seit längerer Zeit für Diskussionen sorgt, steht erneut auf der Tagesordnung: der geplante Rewe-Markt an der Breitenhölzer Straße in Leinefelde.

Den Anfang machte am Dienstagabend der Ortsrat in Worbis. Nachdem es zu Beginn keine weiteren Anmerkungen gab, rief Ortsteilbürgermeister Jens Worm-Büschleb den Tagesordnungspunkt zur Vorstellung des geplanten Rewe-Marktes auf.

Dazu waren Ulli Seyfarth, Expansionsmanager und Teamleiter Akquise bei Rewe, sowie Sascha Nolte, Leiter des Rewe-Marktes in Worbis, gekommen. Seyfarth stellte noch einmal das Konzept vor, das bereits im März 2025 im Stadtrat von Leinefelde-Worbis präsentiert worden war.
Schon damals hatte es vor allem aus Worbis Bedenken gegeben. Die Sorge: Ein zusätzlicher Rewe-Markt in Leinefelde könnte langfristig zulasten des bestehenden Standortes in Worbis gehen. Genau deshalb nutzte Seyfarth nun die Gelegenheit, das Projekt noch einmal direkt in Worbis zu erläutern und sich den Fragen der Bürger zu stellen.
Dabei gab es eine wichtige neue Aussage: Der Rewe-Markt in Worbis soll nicht geschlossen werden. Im Gegenteil, der bestehende Markt soll modernisiert werden. Und noch eine interessante Möglichkeit wurde angesprochen: Sascha Nolte, der den Worbiser Rewe leitet, könnte möglicherweise auch Betreiber des neuen Marktes in Leinefelde werden.
Damit stellt sich die Situation anders dar, als es manche Worbiser bislang befürchtet hatten. Rewe setzt nach den Ausführungen im Ortsrat offenbar nicht auf einen Ersatz des Worbiser Standortes durch einen neuen Markt in Leinefelde, sondern auf zwei Standorte.
Ganz ausgeräumt war die Kritik damit allerdings nicht. Eine Bürgerin machte ihrem Ärger darüber Luft, dass ihrer Ansicht nach immer mehr Vorhaben in Leinefelde verwirklicht würden, während Worbis zunehmend außen vor bleibe.
Toralf Moritz verwies in diesem Zusammenhang auf die Eigentumsverhältnisse. Das Grundstück an der Breitenhölzer Straße befindet sich in Leinefelde und gehört der Investorengruppe Moritz. Nach seinen Angaben sollen an diesem Standort rund zehn Millionen Euro investiert werden.
Und bei einem Rewe allein soll es nicht bleiben. Im Zusammenhang mit dem Vorhaben ist auch die Ansiedlung eines dm-Drogeriemarktes vorgesehen. Hinzukommen soll ein weiterer kleinerer Markt, bei dem es sich nicht um einen Lebensmittelanbieter handelt.
Damit würde an der Breitenhölzer Straße ein neuer Einzelhandelsstandort entstehen. Das Vorhaben dürfte deshalb auch in den kommenden Sitzungen weiter für Diskussionen sorgen. Die entscheidende Frage wird dabei sein, wie sich ein solcher Standort auf die bestehenden Einkaufsstrukturen in Leinefelde und Worbis auswirkt – und welche Bedeutung er zugleich für die umliegenden Orte haben könnte.
Ilka Kühn

