Kuckucksuhren nicht mehr gefragt?

Die Kuckucksuhr mit Uhrwerk, Pendel, Gewichten und Kuckuck steht auf der ganzen Welt als Symbol für Tradition und typisch deutsche Handwerkskunst. Zur Tradition gehört auch, dass die Uhren mit dem rufenden Vogel per Hand auf Sommer- oder Winterzeit umgestellt werden müssen. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilt, wurden in Deutschland im Jahr 2020 rund 20 100 Kuckucksuhren im Wert von 4,1 Millionen Euro produziert.

Damit hat sich die Produktion im Vergleich zum Vorjahr mehr als halbiert (-53,9 %). Im Jahr 2019 waren es noch rund 43 600 Stück im Wert von 8,5 Millionen Euro.

In der Corona-Pandemie blieben die touristischen Gäste fern – mit Auswirkungen auf das Geschäft mit den Schwarzwälder Uhren. Zum Vergleich: Die Produktion von anderen Wanduhren verzeichnete im gleichen Zeitraum hingegen nur ein Minus von 16,9 %. So wurden im Jahr 2020 deutschlandweit rund 42 500 Wanduhren im Wert von 14,7 Millionen Euro produziert. 2019 waren es noch 51 100 Stück.

In der Nacht von Samstag zum Sonntag (30. auf 31. Oktober 2021) werden die Uhren eine Stunde zurückgestellt. Nach der Sommer- gilt dann die Winterzeit. Die Menschen haben daher rein rechnerisch eine Stunde mehr Schlaf – wenn der Kuckuck sie nicht weckt.

Als Grundlage der Erhebung dient das Güterverzeichnis für Produktionsstatistiken, Ausgabe 2019 (GP 2019). Ausgewertet wurden GP19-265214002 – Kuckucksuhren (nicht elektrisch betrieben) und GP19-265214001 – Wanduhren (ohne Kuckucksuhren). Erfasst werden Unternehmen mit 20 und mehr Beschäftigten.