Kranzniederlegungen am Kriegerdenkmal

Bürgermeister Thomas Spielmann und Landrat Dr. Werner Henning legen einen Kranz nieder. Fotos: Elke Sagorski

Heilbad Heiligenstadt. Am gestrigen Sonntag fand im Heinrich-Heine-Kurpark an der Konzertmuschel die Gedenkstunde zum Volkstrauertag statt. Anschließend folgen Kranzniederlegungen am Kriegerdenkmal und auf dem Soldatenfriedhof in der Dingelstädter Straße. Im Heine-Park hielt Heiligenstadts Bürgermeister die Gedenkrede.

Thomas Spielmann ging in seiner Rede auf einen Text vom Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge ein zum Volkstrauertag 2021 und verlas ihn: Die Zentrale Gedenkstunde zum Volkstrauertag 2021 steht im Zeichen der Erinnerung an den besonders grausamen und verlustreichen Angriffs- und Vernichtungskrieg in Ost- und Südosteuropa, der vor 80 Jahren mit der Besetzung von Jugoslawien und Griechenland sowie dem Überfall auf die Sowjetunion begann.

Musikalische Begleitung bei der Gedenkveranstaltung.

Der rücksichtslosen Kriegsführung folgte ein hartes Besatzungsregime mit dem massenhaften Tod von Kriegsgefangenen, Zwangsarbeitern sowie von den Opfern der NS-Aushungerungsstrategie. Widerstand wurde erbarmungslos unterdrückt. Deutsche Vergeltungsmaßnahmen trafen in Osteuropa wie auf dem Balkan nicht nur Partisanengruppen, sondern oftmals auch völlig unbeteiligte Zivilisten.

Im Zuge des deutschen Vormarsches weitete das NS-Regime die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden und der Sinti und Roma dramatisch aus. Mit der Wende im deutsch-sowjetischen Krieg schlugen dieser erbarmungslose Vernichtungskrieg und die beispiellosen Verbrechen gegen die Menschheit gegen die deutschen Soldaten, aber auch gegen die deutschsprachigen Minderheiten in Mittel- und Osteuropa zurück. In die Millionen gehen die Zahlen von Soldaten, die unter den verheerenden Umständen bei den Kämpfen oder in der anschließenden Kriegsgefangenschaft starben und von den Zivilisten, die flüchten mussten oder vertrieben wurden.

Krieg, Vertreibungen und die Isolation im Zuge des Kalten Krieges bedeuteten auch eine tiefe Zäsur für die reiche wie wechselhafte Verflechtungsgeschichte unterschiedlicher Sprachen, Kulturen und Religionen in dieser Region, die gleichwohl in Teilen bis heute fort lebt.

Ute Althaus, erste Beigeordnete und Landrat Werner Henning auf dem Weg zum Mahnmal auf dem Soldatenfriedhof. Fotos: Elke Sagorski

Die Kriegsgräberfürsorge und der in ihr angelegte Versöhnungsgedanke haben seither versucht, die tiefen Wunden des Krieges, seine unmenschlichen Verbrechen und die Verluste des Kampfes, zu heilen. Noch immer sind die Narben sichtbar, wirken die Gewalterfahrungen nach .Im Zuge der Öffnung nach 1989 konnte die Kriegsgräberfürsorge auch wieder in Osteuropa aufgenommen werden, um auch hier das Gedenken wach zuhalten.

Meine Damen und Herren, am 6. April 1941 um 05:15 Uhr griffen Wehrmachtverbände ohne vorherige Kriegserklärung oder Ultimatum mit 33 Divisionen, davon sechs Panzerdivisionen und insgesamt 680.000 Soldaten, Griechenland und Jugoslawien an. Wir gedenken heute, 80 Jahre später, der vielen Toten und Verwundeten des Balkanfeldzuges.“

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