Zu Fuß, mit dem Rad oder auch per Auto gings zum Köhlersgrund. Foto: Ilka Kühn

Leinefelde. Der Köhlersgrund ist zurück – und wie. Nach Jahrzehnten des Stillstands hat das traditionsreiche Waldgebiet erstmals wieder gezeigt, was in ihm steckt. Rund 500 Menschen zog es am Samstag in den Köhlersgrund. Zu Fuß, mit dem Fahrrad oder dem Auto – es war ein stetiges Kommen und Gehen, fast wie früher.

Lange Zeit war hier nichts mehr los. Wege waren zugewachsen, die Natur hatte sich das Gelände zurückgeholt. Für viele war der Köhlersgrund nur noch eine Erinnerung. Umso größer war jetzt die Resonanz. Viele Besucher erzählten, dass sie zuletzt vor 20 oder sogar 30 Jahren hier gewesen seien. Damals, als es noch ein echtes Naherholungszentrum war – mit Gastronomie, Bar und regelmäßigen Feiern.

Dass sich das jetzt wieder ändert, ist vor allem dem Engagement von Ortsbürgermeister Patrick Westphalen zu verdanken. Er hat sich vorgenommen, den Köhlersgrund wiederzubeleben – Schritt für Schritt. Und dieser Schritt ist sichtbar. Was vor zwei Jahren noch zugewachsen war, präsentiert sich heute wieder als Ort, an dem man sich treffen kann. Davon konnte sich auch Stadtbürgermeister Christian Zwingmann überzeugen.

Viele Gäste waren aus Beuren gekommen. Foto: Ilka Kühn

In seiner Ansprache erinnerte Patrick Westphalen auch an die wechselvolle Geschichte des Areals. Bereits 1988 wurde mit einem Umbau begonnen, der jedoch nie vollendet wurde. Nach der Wende blieb vieles liegen, ein Rohbau wurde später wieder abgerissen. Spätestens nach dem schweren Sturm im Jahr 2018 verfiel das Gelände endgültig in einen Dornröschenschlaf.

Erst in den vergangenen Jahren kam wieder Bewegung hinein. Mit Unterstützung der Regionalen Aktionsgruppe Eichsfeld konnten Fördermittel eingeworben werden. Katrin Oberthür konnte dazu einiges erläutern. Insgesamt investierte die Stadt rund 15.500 Euro, weitere etwa 12.500 Euro kamen aus dem Regionalbudget. Davon wurden unter anderem ein Waldspielplatz, Bänke und sogenannte Waldschenken angeschafft.

Sie sorgten für Essen und Getränke. Foto: Ilka Kühn

Doch Geld allein hätte nicht gereicht. Ein entscheidender Faktor war das Engagement Ehrenamtlicher. Bei den beiden bisherigen  Frühjahrsputzaktionen packten zahlreiche Helfer mit an, räumten auf, schnitten Wege frei und machten das Gelände überhaupt erst wieder zugänglich.

Auf dem neuen Waldspielplatz hatten die Kinder viel Spaß. Foto: Ilka Kühn

Dass sich diese Arbeit gelohnt hat, zeigte sich beim Fest deutlich. Die neu formierte Blaskapelle „Scharfenstein Musikanten“ sorgte für Stimmung, ebenso die Jagdhornbläser Etzelasbach. Für Essen und Getränke hat Vincent Schmiedekind und sein Team gesorgt. Gleichzeitig brachte so mancher Besucher seinen eigenen Kuchen und Kaffee mit – das war auch so gewollt.

Erster Auftritt der Scharfenstein Musikanten. Foto: Ilka Kühn

Und genau darum geht es auch künftig: nicht um große Events, sondern um einen Ort für Begegnung. Ein Platz für Familien, für Spaziergänger, für kleine Feste und gesellige Stunden.

Die Jagdhornbläser Etzelsbach sind sonst 12 Leute, gestern konnten sie nur in kleinerer Formation antreten. Foto: Ilka Kühn

Noch ist nicht alles fertig. Aber der Anfang ist gemacht. Der Köhlersgrund lebt wieder – und dieser 2. Mai könnte tatsächlich als Wendepunkt in die Geschichte Leinefeldes eingehen.

Ilka Kühn