Leinefelde. Mit frischen Ideen, bewährten Veranstaltungen und einem klaren Ziel vor Augen will die Leinefelder Innenstadt in diesem Jahr wieder stärker belebt werden. Im Mittelpunkt steht dabei die Aktion Heimatshoppen, die längst mehr ist als nur ein einzelnes Event. In Vorbereitung darauf trafen sich Vertreter des Stadtmarketings, der Kreissparkasse Eichsfeld, des Oldtimervereins sowie der Industrie- und Handelskammer zu einem Pressegespräch.

Engagieren sich für eine belebte Innenstadt: v.li. Michael König, Arnold Senft, Toralf Moritz, Manfred Kohlhaus, Danny Haseloff und Jörg Penzel. Foto: Ilka Kühn

Jörg Penzel von der IHK begrüßte die Anwesenden und unterstrich die besondere Bedeutung der Aktion. Heimatshoppen solle nicht nur kurzfristig Aufmerksamkeit erzeugen, sondern langfristig das Bewusstsein für den lokalen Handel stärken.

Arnold Senft vom Stadtmarketing machte deutlich, dass die Initiative aus Sicht der Händler längst als ganzjährige Aufgabe verstanden wird. „Wir wollen zeigen: Wir sind noch da“, sagte er. Dabei gehe es nicht nur um den klassischen Einzelhandel. Eine funktionierende Innenstadt lebe auch von Apotheken, Dienstleistern und vielen weiteren Angeboten.

Umso wichtiger sind Veranstaltungen, die Menschen gezielt in die Stadt holen. Formate wie das Frühlings-Erwachen oder der Automarkt, der in diesem Jahr bereits zum 32. Mal stattfindet, gehören inzwischen fest zum Kalender. Das Frühlings-Erwachen habe gezeigt, dass neue Ansätze funktionieren können – auch wenn sie weiterentwickelt werden müssen.

Ein zentraler Bestandteil des ersten Aktionswochenendes ist erneut der Automarkt. Ergänzt wird er in diesem Jahr durch eine besondere Neuerung: Erstmals beteiligt sich auch Herfag wieder aktiv. Auf dem Parkplatz des Unternehmens wird eine große Oldtimerausstellung stattfinden. Eingeladen sind Oldtimerfreunde aus der gesamten Region – mit Motorrädern ebenso wie mit Autos. Geplant sind zudem zwei Parcours, bei denen die Teilnehmer ihr Geschick unter Beweis stellen können.

Manfred Kohlhaus vom Oldtimerverein blickte auf die Entwicklung des Vereins zurück. Während dieser vor der Wende noch rund 100 Mitglieder zählte, sind es heute nur noch 14. Dennoch sei der Verein seit Beginn fester Bestandteil des Automarktes und freue sich auch in diesem Jahr auf zahlreiche Gäste aus nah und fern.

Auch insgesamt setzt man stärker auf Zusammenarbeit. Zahlreiche Händler beteiligen sich mit eigenen Angeboten und Rabatten in ihren Geschäften. Ein wichtiger Partner ist dabei die Kreissparkasse Eichsfeld – ohne deren Unterstützung viele Aktionen kaum umsetzbar wären. Zudem bringt sich in diesem Jahr erstmals auch die WVL aktiv ein. Nach ihrer Beteiligung am Frühlingsfest organisiert sie nun eine große Bühne mit entsprechendem Programm.

Michael König vom Stadtmarketing hob die enge Verbindung zur Landesgartenschau hervor. Ziel sei es, Besucher der Gartenschau auch für die Innenstadt zu gewinnen. Der verkaufsoffene Sonntag am 3. Mai soll dafür einen zusätzlichen Anreiz bieten.

Gleichzeitig wurde die schwierige Lage des Einzelhandels offen angesprochen. Bundesweit werden im Jahr 2026 rund 4.500 Geschäfte schließen, etwa 400 davon in Thüringen. Neben dem Onlinehandel spiele dabei auch fehlender Nachwuchs eine Rolle. Hinzu kommen bürokratische Hürden, etwa bei der Genehmigung verkaufsoffener Sonntage, die von den Akteuren kritisch gesehen werden.

Trotz dieser Herausforderungen überwiegt der Wille, die Innenstadt aktiv zu gestalten und weiterzuentwickeln. Die Mischung aus Tradition, neuen Ideen und wachsender Beteiligung zeigt deutlich: Leinefelde will sich mit dem Rückgang im Einzelhandel nicht abfinden – sondern bewusst gegensteuern.

Ilka Kühn