
Mühlhausen. Die Weichen für einen historischen Zusammenschluss sind gestellt: In der Divi-Blasii-Kirche in Mühlhausen wurde jetzt die Fusionsvereinbarung für den künftigen Evangelischen Kirchenkreis Nordthüringen feierlich unterzeichnet. Zum 1. Januar 2027 schließen sich die bisherigen Kirchenkreise Bad Frankenhausen-Sondershausen, Mühlhausen und Südharz (mit Eichsfeld) zusammen.
Mit künftig 53.851 Gemeindegliedern wird der neue Kirchenkreis der mitgliederstärkste innerhalb der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland (EKM).
Der neue Kirchenkreis umfasst die Landkreise Eichsfeld, Nordhausen, Kyffhäuserkreis, Unstrut-Hainich-Kreis, Wartburgkreis sowie Mansfeld-Südharz in Sachsen-Anhalt. Insgesamt leben in diesem Gebiet rund 326.700 Menschen. Mit einer Fläche von rund 3.375 Quadratkilometern ist der Kirchenkreis fast so groß wie die spanische Insel Mallorca, so Pressesprecherin Reginga Englert.
Zum neuen Kirchenkreis gehören 299 Kirchen und 239 Kirchengemeinden. Getragen wird das kirchliche Leben von 81 hauptamtlichen Mitarbeitenden im Verkündigungsdienst sowie rund 2.700 Ehrenamtlichen. Außerdem gehören 17 evangelische Kindergärten, fünf Schulen und 17 diakonische Einrichtungen zum Kirchenkreis.
Superintendent des neuen Kirchenkreises wird Andreas Schwarze. Sein Dienstsitz befindet sich künftig in Mühlhausen. Das gemeinsame Kreiskirchenamt wird von Nordhausen aus geleitet, weitere Verwaltungsstandorte bleiben Mühlhausen und Nordhausen. Zusätzlich ist zunächst für zwei Jahre eine Servicestelle in Ebeleben geplant.
Die Fusion ist eine Reaktion auf den demografischen Wandel, sinkende Mitgliederzahlen sowie strukturelle und finanzielle Veränderungen. Ziel ist es, die kirchliche Arbeit langfristig zukunftsfähig aufzustellen. Nach fünf Jahren soll der Zusammenschluss ausgewertet werden. Bereits 2027 stehen mit dem Mühlhäuser Themenjahr „Kirche.Raum.Gemeinschaft.“ und dem Stadtjubiläum in Nordhausen erste gemeinsame Projekte des neuen Kirchenkreises auf dem Programm.

