Leinefelde. Noch wird gestrichen, gespachtelt und gebaut. Doch wenn alles nach Plan läuft, sollen bereits Ende Oktober in Leinefelde die ersten Bälle über die neuen Padel-Courts fliegen. Die beiden jungen Unternehmer Fynn Louis Paul und Christopher Bode aus Osterode richten derzeit in einer ehemaligen Gewerbehalle an der Schwellenbeize ein modernes Padelzentrum ein.

Noch gibt es viel zu tun, aber in wenigen Wochen wollen Fynn Louis Paul (li.) und Christopher Bode die ersten Padelsportler hier begrüßen. Foto: Ilka Kühn

Die Idee entstand eigentlich aus einem ganz persönlichen Problem: Wer Padel spielen möchte, muss derzeit teilweise weite Wege in Kauf nehmen. Christopher Bode hatte die Sportart in Bremen kennengelernt. Später fuhr er zum Spielen unter anderem nach Braunschweig. Er konnte auch seinen Freund Fynn Paul für diese Sportart begeistern.

In Braunschwei waren die Plätze gerade in den Abendstunden häufig ausgebucht, erzählen die beiden. Irgendwann sei deshalb der Gedanke entstanden: Warum nicht selbst eine Halle eröffnen?

Ursprünglich hatten sie dabei eher Göttingen im Blick. Doch geeignete Hallen sind rar. Über persönliche Kontakte führte die Suche schließlich nach Leinefelde. Hier fanden die beiden eine Halle, die sich für ihr Vorhaben eignet und die sie nun angemietet haben.

Für Leinefelde spreche auch die Lage, sagen die Unternehmer. Besonders die Zugverbindung nach Göttingen sei ein Vorteil. Dadurch könne das neue Angebot nicht nur Spieler aus dem Eichsfeld, sondern möglicherweise auch aus dem Raum Göttingen und darüber hinaus anziehen.

Derzeit befindet sich die Halle mitten im Umbau. Der Boden wird vorbereitet und neu aufgebaut, die Wände werden gestaltet und auch die Sanitäranlagen sollen komplett erneuert werden. Geplant ist ein eher moderner, industrieller Stil mit dunklem Boden und Elementen in Holzoptik.

Neben den Spielflächen soll es eine kleine Lounge mit Sofas und Sitzmöglichkeiten geben. Auch Getränke und Snacks sollen über Automaten erhältlich sein. Von Sitzbänken aus können Besucher später das Geschehen auf den Plätzen verfolgen.

Das gesamte Konzept soll weitgehend digital funktionieren. Die Courts werden über eine App beziehungsweise online gebucht und bezahlt. Bargeld soll vor Ort nicht notwendig sein. Wer keinen eigenen Schläger besitzt, kann sich diesen an einem Automaten ausleihen. Bezahlt wird beispielsweise mit dem Handy oder der Karte. Auch Bälle sollen direkt vor Ort erhältlich sein.

Padel ist eine Mischung aus Tennis und Squash. Gespielt wird auf einem von Glas- und Gitterwänden umgebenen Court. Die Wände können – ähnlich wie beim Squash – in das Spiel einbezogen werden. Gezählt wird weitgehend wie beim Tennis.

Die Sportart ist vor allem in Spanien bereits sehr populär und gewinnt inzwischen auch in Deutschland immer mehr Anhänger. Genau darin sehen Fynn und Christopher eine Chance für Leinefelde.

Eine feste Altersgrenze soll es nicht geben. Spielen können Jugendliche ebenso wie Erwachsene und Senioren. Voraussetzung ist lediglich geeignetes und sauberes Schuhwerk. Besonders wegen der schnellen Richtungswechsel empfehlen die Betreiber passende Sportschuhe.

Langfristig haben die beiden noch größere Pläne. Wenn sich genügend Spieler finden und sich der Sport in der Region etabliert, könnten später auch Turniere oder Meisterschaften in Leinefelde ausgetragen werden. Dafür müssten die Anlagen gegebenenfalls noch entsprechend erweitert werden.

Zunächst aber steht die Fertigstellung im Mittelpunkt. Eigentlich hatten die Unternehmer sogar mit einer Eröffnung Anfang Oktober geliebäugelt. Dieser Termin ist inzwischen zu ehrgeizig. Nun lautet das Ziel: Ende Oktober sollen die ersten Spieler auf die neuen Courts.

Damit bekommt Leinefelde ein Freizeitangebot, das es in dieser Form bislang in der Stadt nicht gibt – und zugleich eine Sportart, die bundesweit gerade kräftig an Popularität gewinnt.