Die Nostalgiewohnung einst in Leinefelde. Jetzt war sie im Blumenblock und hatte viele Besucher angelockt. Demnächst wird sie in Leinefelde wieder in einer Plattenbauwohnung zu sehen sein. Foto: René Wei´bach

Leinefelde. Die Landesgartenschau ist Geschichte. Doch eines ihrer ganz besonderen Schmuckstücke soll weiterleben: die Nostalgiewohnung im Blumenblock. Was in den vergangenen Monaten bei vielen Besuchern Erinnerungen an längst vergangene Zeiten weckte, soll nicht einfach in irgendwelchen Lagerhallen verschwinden. Die Wohnung bekommt ein neues Zuhause – und zwar wieder in Leinefelde.

Wer den Blumenblock während der Landesgartenschau besuchte, konnte in der oberen Etage eine kleine Zeitreise unternehmen. Die liebevoll eingerichtete Nostalgiewohnung erinnerte an das Wohnen zu DDR-Zeiten. Möbel, Einrichtungsgegenstände und viele kleine Details ließen ein Stück Alltagsgeschichte wieder lebendig werden. Für die einen war es eine Begegnung mit der eigenen Vergangenheit, für die anderen ein Einblick in eine Zeit, die sie selbst nicht mehr erlebt haben.

Nun heißt es allerdings erst einmal Abschied nehmen. Die Landesgartenschau endete am gestrigen Sonntag nach 172 Tagen. Auf dem Gelände beginnt der Rückbau. Auch der Blumenblock wird sich verändern. Das Gebäude soll saniert und künftig als Wohnhaus genutzt werden.

Damit muss auch die Nostalgiewohnung weichen. Doch zum Glück bedeutet das nicht ihr endgültiges Aus.

Fachamtsleiterin Natalie Hünger ist derzeit mit ihrem Team und fleißigen Helfern dabei, die Wohnung auszuräumen. Stück für Stück wird die Einrichtung abgebaut. Und dabei gibt es schon eine erfreuliche Perspektive: Die Nostalgiewohnung soll künftig in einer Neubauwohnung in Leinefelde wieder aufgebaut werden.

Bis es so weit ist, wird allerdings noch einige Zeit vergehen. Schließlich soll das Ganze nicht nur irgendwie wieder zusammengestellt werden. Die besondere Atmosphäre, die diese Wohnung während der Landesgartenschau ausmachte, soll auch am neuen Standort erhalten bleiben.

Wer hat noch ein Stück DDR im Schrank?

Und genau dabei können jetzt die Leinefelder helfen. Denn für die künftige Einrichtung werden noch originale Dinge aus DDR-Zeiten gesucht. Besonders gefragt sind derzeit alte DDR-Tapeten.

Vielleicht liegen ja noch ein paar unbenutzte Rollen im Keller, auf dem Dachboden oder ganz hinten in einem Schrank. Tapeten, die irgendwann einmal gekauft, aber nie verarbeitet wurden. Was jahrzehntelang niemand mehr gebraucht hat, könnte jetzt für die Nostalgiewohnung zu einem kleinen Schatz werden.

Wer solche Originaltapeten besitzt und sie zur Verfügung stellen möchte, sollte sich möglichst umgehend beim Fachamt für Öffentlichkeitsarbeit, Kultur und Tourismus (ÖTK) in Leinefelde melden (Tel. 03605 2000). Dort kann alles Weitere besprochen werden.

Es wäre doch schön, wenn die Nostalgiewohnung demnächst wieder ihre Türen öffnet – vielleicht sogar mit Tapeten, die jahrzehntelang auf einem Leinefelder Dachboden auf ihren zweiten Einsatz gewartet haben.

Die Landesgartenschau ist vorbei. Aber ein Stück ihrer Geschichte bleibt. Und vielleicht wird gerade die Nostalgiewohnung einmal mehr zeigen, wie viel Vergangenheit in Leinefelde noch lebendig ist.

Ilka Kühn