Leinefelde-Worbis. Kurz vor der Eröffnung der Landesgartenschau am 23. April 2026 rückt ein Akteur in den Fokus, ohne den viele der sichtbaren Veränderungen in der Stadt so nicht entstanden wären: das Planungsbüro Ziegler aus Heilbad Heiligenstadt. Während vielerorts über Baustellen, Fortschritte und einzelne Projekte gesprochen wird, steht hinter einem Großteil dieser Entwicklungen die Arbeit genau dieses regional verwurzelten Büros.

Seit Anfang 2023 war das Planungsbüro Ziegler maßgeblich mit der Planung, Ausschreibung und Bauüberwachung zentraler Bereiche der Landesgartenschau betraut. Unter der Leitung von Landschaftsarchitekt Christoph Ziegler und gemeinsam mit Angelique Höhne im Bereich Stadt- und Regionalplanung entstand nicht nur ein Konzept, sondern ein durchgängiges städtebauliches Gesamtbild – von der Grünen Achse bis hinein ins Kerngelände der Gartenschau.
Ein Blick auf die Personen hinter dem Projekt zeigt, wie viel Erfahrung und Entwicklung in diese Arbeit eingeflossen ist. Claus-Christoph Ziegler, heute 59 Jahre alt, hat sein Handwerk von Grund auf gelernt. Seine Ausbildung absolvierte er bereits in den 1980er-Jahren als Landschaftsgärtner beim VEB Gartengestaltung in Rostock. 1985 wurde er sogar Vize-DDR-Meister in diesem Beruf – ein früher Beleg für sein handwerkliches Können. Es folgte das Studium der Landschaftsarchitektur in Erfurt, das er 1992 als Diplom-Ingenieur abschloss. Noch im selben Jahr gründete er sein eigenes Büro – ein Schritt, der den Grundstein für über drei Jahrzehnte kontinuierlicher Planungsarbeit legte.
An seiner Seite arbeitet Angelique Höhne, die eine andere Generation und zugleich eine moderne Perspektive in die Projekte einbringt. Sie studierte Stadt- und Regionalplanung an der BTU Cottbus und schloss 2015 mit dem Master of Science ab. Seitdem ist sie nicht nur beruflich, sondern auch privat mit Christoph Ziegler verbunden. Gemeinsam führen sie das Büro und verbinden dabei klassische Landschaftsarchitektur mit aktuellen Anforderungen an Stadtentwicklung und nachhaltige Planung.
Diese Kombination aus jahrzehntelanger Erfahrung und neuer planerischer Sichtweise spiegelt sich auch in den Projekten zur Landesgartenschau wider. Ein Kernprojekt ist die umfassend erneuerte „Grüne Achse“. Was früher eine eher funktionale Verbindung durch die Stadt war, wurde durch die Planung des Büros zu einem gestalterischen Rückgrat mit Aufenthaltsqualität entwickelt. Besonders prägend ist der Bereich am Zentralen Platz. Nach dem Rückbau des sogenannten „Blauen Wunders“ entstand hier eine neue Parklandschaft mit klar strukturierten, geometrischen Beeten, Frühblühern und durchdachten Wegeführungen. Die Rosenmeile, die diesen Bereich mit der Obereichsfeldhalle verbindet, trägt ebenfalls die Handschrift der Planer.
Doch das Projekt endet nicht am Zentralen Platz. Die Grüne Achse zieht sich weiter durch die Stadt, begleitet von durchgehenden Blühstreifen, neu angelegten Sitzbereichen und gezielten Baumpflanzungen. Ein markanter Punkt ist die „Bastion“ – ein neu gestalteter Aufenthaltsbereich mit einer auffälligen Pergola-Konstruktion, unter der Kiwibeeren und Wein wachsen. Ergänzt wird das Umfeld durch Spiel- und Sportangebote sowie neue Grünflächen.
Insgesamt wurden für die Grüne Achse und ihre Erweiterungen rund 6,8 Millionen Euro verbaut. Planung, Koordination und Umsetzung lagen dabei über mehrere Jahre hinweg in den Händen des Büros Ziegler – eine Leistung, die im Alltag oft im Hintergrund bleibt, jetzt aber deutlich sichtbar wird.
Hinzu kommt die Arbeit im eigentlichen Kerngelände der Landesgartenschau. Ab 2025 übernahm das Büro die Aufgabe, vorhandene Konzepte zu bündeln, weiterzuentwickeln und zur Ausführung zu bringen. Daraus entstanden zahlreiche Themengärten – vom Eichsfeld-Garten über Beiträge der Ortsteile bis hin zu Bereichen wie dem Thüringer Genussgarten oder Anlagen für Ruhe und Besinnlichkeit. Auch hier war das Planungsbüro nicht nur Ideengeber, sondern verantwortlich für die konkrete Umsetzung.
Besonders deutlich wird die Leistung in der letzten Phase vor der Eröffnung. Anfang 2026 mussten innerhalb weniger Wochen Veranstaltungsflächen, Gastronomiebereiche und der Gärtnermarkt geplant und realisiert werden. Unter hohem Zeitdruck und mit engen Abstimmungen gelang es, diese Bereiche termingerecht fertigzustellen.
In Summe zeigt sich: Die Landesgartenschau ist nicht nur ein Projekt der Stadt oder der LGS-Gesellschaft, sondern auch das Ergebnis einer jahrelangen, konsequenten Arbeit eines regionalen Planungsbüros. Ziegler und Höhne haben dabei nicht nur Flächen gestaltet, sondern die Grundlage für ein zusammenhängendes Stadtbild geschaffen, das über die Dauer der Gartenschau hinaus Bestand haben soll.
Der Geschäftsführer der Landesgartenschau 2026, Stefan Nolte: „Die Zusammenarbeit mit dem Planungsbüro Ziegler ist für uns ein echter Glücksfall. Wir haben kurze Reaktionszeiten, konstruktive Gespräche und vor allem eine sehr schnelle Umsetzung. Gerade in der heißen Phase der Vorbereitung ist das entscheidend. Das Büro kennt das Projekt von Anfang an und bringt genau die fachliche Kompetenz mit, die wir brauchen. Trotz einer vergleichsweise kleinen Teamstruktur arbeitet das Planungsbüro Ziegler äußerst effizient und zuverlässig.“
Mit der Eröffnung am 23. April wird für Besucher sichtbar, was bislang vor allem auf Plänen existierte. Für das Planungsbüro Ziegler ist es zugleich der Moment, in dem sich Jahre intensiver Arbeit in der Realität zeigen – mitten in Leinefelde.
Ilka Kühn

