Die Beiträge zur Krankenversicherung steigen, gleichzeitig wächst der Kostendruck im Gesundheitswesen. Die AOK PLUS fordert deshalb grundlegende Reformen. Dabei gehe es nicht nur darum, Krankheiten möglichst günstig zu behandeln. Viel stärker müsse verhindert werden, dass Menschen überhaupt oder zu früh krank werden.
Zum heutigen GKV-Tag erklärte der Vorstandsvorsitzende der AOK PLUS, Dr. Stefan Knupfer, dass Prävention und Früherkennung künftig eine größere Rolle spielen müssten. Ziel müsse sein, den Menschen mehr gesunde Lebensjahre zu ermöglichen.
Knupfer verwies darauf, dass Krankenversicherung, Pflege und Rente für viele Menschen längst zu wichtigen Alltagsthemen geworden seien. Steigende Beiträge und zunehmende Kosten sorgten für Verunsicherung. Deshalb müsse die Politik nicht nur Reformen ankündigen, sondern auch verständlich erklären, was diese Veränderungen den Menschen konkret bringen sollen.
Beiträge können nicht immer weiter steigen
Nach Ansicht der AOK PLUS reichen kurzfristige Maßnahmen zur Stabilisierung der Krankenkassenbeiträge nicht aus. Nötig seien grundlegende Veränderungen im Gesundheitswesen. Dabei müssten Bund, Länder, Krankenkassen, Ärzte, Kliniken und andere Beteiligte gemeinsam Verantwortung übernehmen.
Die rund 3,5 Millionen Versicherten der AOK PLUS und ihre Arbeitgeber zahlten jeden Monat erhebliche Beiträge zur Finanzierung des Gesundheitswesens, so Knupfer. Deshalb dürften notwendige Reformen nicht immer wieder am Widerstand einzelner Interessengruppen scheitern.
Auch Bundesgesundheitsminister Carsten Linnemann hatte darauf hingewiesen, dass die Beiträge langfristig nicht immer weiter steigen könnten. Aus Sicht der AOK PLUS fehlt dabei allerdings ein wichtiger Punkt: die Vorbeugung von Krankheiten.
Krankheiten möglichst verhindern oder früh erkennen
Die Krankenkasse fordert deshalb einen stärkeren Schwerpunkt auf Prävention. Dazu gehören beispielsweise Vorsorge und Früherkennung, eine bessere Begleitung chronisch kranker Menschen und eine gezieltere Steuerung der Patienten durch das Gesundheitssystem.
Die Idee dahinter ist einfach: Werden Krankheiten verhindert, früher erkannt oder besser behandelt, können Menschen länger gesund bleiben. Gleichzeitig könnten dadurch langfristig auch Kosten im Gesundheitswesen gesenkt werden.
„Mehr gesunde Jahre bedeuten mehr Lebensqualität für die Menschen“, betont Knupfer. Ein zukunftsfähiges Gesundheitssystem müsse deshalb beides leisten: Kranke Menschen zuverlässig versorgen und gleichzeitig möglichst viel dafür tun, dass Krankheiten gar nicht erst entstehen.

