Leinefelde/Sießen. Viele Menschen im Eichsfeld kennen Angela Schöneberg noch aus ihrer Arbeit als Gemeindereferentin. Nun hat sie einen weiteren wichtigen Schritt auf ihrem Weg in das Ordensleben vollzogen: Am 18. Juli 2026 feierte sie im Kloster Sießen ihre Einkleidung.

Zu diesem besonderen Tag waren zahlreiche Gäste aus dem Eichsfeld nach Baden-Württemberg gereist. Familie, Freunde, frühere Kollegen und Pilgerfreunde begleiteten Angela Schöneberg bei der Feier und zeigten damit, wie eng sie ihrer bisherigen Heimat und den Menschen dort weiterhin verbunden ist.




Die Einkleidung stand unter einem Wort aus Psalm 27: „Dein Angesicht, Herr, will ich suchen.“ Während der Feier wurde das Ordenskleid gesegnet. Es steht für die bewusste Entscheidung, das eigene Leben immer stärker an Jesus Christus auszurichten und den Weg in der Gemeinschaft der Franziskanerinnen von Sießen weiterzugehen.
Für Angela Schöneberg besitzt das Ordensgewand noch eine zusätzliche, sehr persönliche Bedeutung. Sie ist seit vielen Jahren eine leidenschaftliche Pilgerin und war unter anderem bei der Magdeburger Wallfahrt sowie auf dem Jakobsweg unterwegs. Ihr Ordenskleid versteht sie deshalb auch als das Gewand einer Pilgerin.
Es soll sie täglich daran erinnern, unnötigen Ballast abzuwerfen, sich auf das Wesentliche zu konzentrieren und ihren Weg mit Vertrauen weiterzugehen. Dabei orientiert sie sich an den Vorbildern des heiligen Franziskus und der heiligen Klara, die ihr Leben in Einfachheit, Gemeinschaft und enger Verbundenheit mit Gott führten.
Angela Schöneberg stammt aus Ellrich und war mehrere Jahre als Gemeindereferentin im Eichsfeld tätig. Besonders verbunden war sie mit der katholischen Pfarrei St. Maria Magdalena in Leinefelde. Dort begleitete sie unter anderem Kinder und Familien, wirkte in der Erstkommunionvorbereitung mit und gestaltete das Gemeindeleben auf vielfältige Weise. Im Jahr 2025 wurde sie in Leinefelde verabschiedet, um ihren Weg in der Ordensgemeinschaft fortzusetzen.
Mit der Einkleidung beginnt nun das Noviziat. In dieser Zeit lebt Angela Schöneberg intensiver in der Schwesterngemeinschaft und prüft gemeinsam mit dem Orden, ob das Leben als Franziskanerin dauerhaft ihr Weg ist. Die Einkleidung ist damit ein bedeutender, aber noch nicht der endgültige Schritt zur lebenslangen Bindung an die Gemeinschaft.
Die Franziskanerinnen von Sießen verbinden mit der Feier zugleich eine Botschaft, die über diesen persönlichen Lebensweg hinausgeht: Jeder Mensch habe eine eigene Berufung und sei dazu gerufen, Gottes Liebe in die Welt zu tragen.
Als Ordensnamen trägt Angela Schöneberg nun den Namen Schwester Anjella. Ihre neue Gemeinschaft wünschte ihr für den weiteren Weg Gottes reichen Segen. Auch aus dem Eichsfeld werden sie viele Menschen weiterhin mit guten Gedanken und Gebeten begleiten.

