Worbis. Die bestehenden Schulstandorte in Leinefelde sollen erhalten bleiben. Diesen Standpunkt soll Bürgermeister Christian Zwingmann in den Kreistag mitnehmen und dort vertreten. Das ist das Ergebnis einer Gesprächsrunde im Rathaus Worbis zur Schulnetzplanung, zu der er Schulleiter und Vertreter der Leinefelder Schulen eingeladen hatte.
Dabei wurde auch deutlich: Schon jetzt fehlen Räume, um die pädagogischen Konzepte der Schulen umzusetzen.
Christian Zwingmann sieht für Zusammenlegungen im Stadtgebiet derzeit weder eine Notwendigkeit noch einen erkennbaren Spareffekt. Die Gebäude würden weiterhin gebraucht. Chancen sieht er dagegen in einer stärkeren Zusammenarbeit der Schulen, etwa beim Einsatz von Lehrern, die sich schulübergreifend ergänzen und unterstützen könnten.
Wie unterschiedlich die Voraussetzungen an den einzelnen Standorten sind, wurde im Gespräch mehrfach deutlich. Die Schulen haben eigene Konzepte entwickelt, die auf ihre Schüler zugeschnitten sind. Gerade dort, wo intensive individuelle Förderung, Sprachförderung und die Zusammenarbeit mit Familien zum Schulalltag gehören, braucht es dafür Zeit, Personal und geeignete Räume.
Für die Konrad-Hentrich-Grundschule beschrieb Schulleiterin Heike Kaufhold die gewachsenen Strukturen am Campus in der Leinefelder Altstadt. Grundschule und Regelschule nutzen eigene Gebäude, greifen zugleich aber auch auf gemeinsame Räume und die Sportanlage zurück. Dieser Austausch funktioniere gut. Eine Zusammenlegung unterschiedlicher Schulen müsse sorgfältig vorbereitet werden. Dabei dürfe die individuelle Betreuung der Kinder nicht verloren gehen.
Am Hentrich-Standort gibt es zugleich einen seit Jahren bestehenden Wunsch: eine Aula, betonte Anja Fiedler, Leiterin der Regelschule. Dafür soll nach Vorstellung der Schule das Gebäude einbezogen werden, in dem derzeit die Kreisvolkshochschule untergebracht ist. Schon jetzt werden dort Räume für schulische Angebote genutzt.
Auch an der Johann-Carl-Fuhlrott-Schule reicht der vorhandene Platz nach den Schilderungen in der Runde nicht aus. Zusätzliche Förderung, Differenzierung, Inklusion und Ganztagsangebote stellen andere Anforderungen an die Räume als der reine Klassenunterricht, so Schulleiterin Gabi Körner. Die mit dem Startchancenprogramm verbundenen Möglichkeiten verstärken den Bedarf, die räumlichen Voraussetzungen an die pädagogische Arbeit anzupassen.
Die Diskussion zeigte allerdings auch, dass die Frage möglicher Veränderungen unterschiedlich bewertet wird. Aus der Elternvertretung kam der Gedanke, in einer Zusammenführung auch Chancen für das soziale Miteinander und die Unterrichtsversorgung zu sehen. Zugleich wurde aus dem Schulalltag geschildert, wie schwierig es bereits ist, einzelne Fächer personell abzusichern. Fachfremder Unterricht und zusätzliche Belastungen der Lehrer waren dabei ebenfalls Thema.
Für mögliche Veränderungen forderten die Teilnehmer ausreichend Vorlauf und professionelle Begleitung. Kollegien und unterschiedliche Schulkulturen könnten nicht kurzfristig zusammenwachsen. Auch die weitere Entwicklung der Schülerzahlen müsse berücksichtigt werden.
Für Leinefelde steht damit zunächst die Forderung im Mittelpunkt, die bestehenden Schulen zu erhalten, ihre Zusammenarbeit auszubauen und die konkreten Raumprobleme zu lösen. Diese Anliegen soll Christian Zwingmann auf Kreisebene vertreten.
Ilka Kühn


