Thüringen. Rund 46.500 Menschen waren im Jahr 2024 im Freistaat an Demenz erkrankt. Das entspricht 3,25 Prozent der Bevölkerung ab 40 Jahren. Darauf weist die AOK PLUS anlässlich des Welt-Alzheimertages am heutigen 21. September und der beginnenden Woche der Demenz hin.
Viele Erkrankte werden zu Hause von Angehörigen betreut. Für diese kann die oft jahrelange Pflege körperlich und psychisch sehr belastend sein. Die AOK PLUS bietet deshalb Pflegeberatung sowie kostenfreie Pflegekurse und Schulungen an. Neben praktischen Fragen geht es dabei auch um Entspannung, Rückengesundheit und den Umgang mit seelischen Belastungen.
Wie pflegende Angehörige gezielt entlastet werden können, untersucht derzeit die Friedrich-Schiller-Universität Jena. Für das von der AOK PLUS unterstützte Forschungsprojekt „AnDem-RoSe“ werden noch Teilnehmer gesucht. Je nach Studiengruppe erhalten Angehörige psychotherapeutische Unterstützung per Telefon oder Video. Themen sind unter anderem Erschöpfung, Sorgen, Schuldgefühle und die eigenen Bedürfnisse.
Teilnehmen können Erwachsene, die einen mindestens 60 Jahre alten Menschen mit diagnostizierter Demenz zu Hause betreuen oder pflegen. Dafür müssen sie durchschnittlich wenigstens zehn Stunden pro Woche aufwenden und sich durch die Pflegesituation belastet fühlen.
Die Teilnahme ist kostenfrei und bis Dezember 2027 möglich. Da die Zahl der Plätze begrenzt ist, wird eine frühzeitige Anmeldung empfohlen.
Interessierte können sich per E-Mail an andemrose@uni-jena.de wenden. Telefonische Sprechzeiten gibt es unter 03641 945174 dienstags von 15 bis 16 Uhr und mittwochs von 9 bis 10 Uhr sowie unter 03641 945176 dienstags von 11 bis 12 Uhr und donnerstags von 16 bis 17 Uhr.
Nach Angaben der AOK PLUS waren zum 30. Juni 2026 allein bei der Krankenkasse 111.304 pflegebedürftige Menschen in Thüringen versichert. Fast 88 Prozent von ihnen wurden zu Hause versorgt – vielfach durch Angehörige.

