Nordhausen-Stadtmauerpartie am Petersberg zur Landesgartenschau 2004. Foto: Dquendel

Die zweite Thüringer Landesgartenschau kostete Millionen. Doch ein Blick auf die Zahlen zeigt: Nordhausen war zwar hoch verschuldet, konnte seine Schulden nach der Schau aber deutlich reduzieren.

Während in Leinefelde-Worbis die Landesgartenschau 2026 noch bis zum 11. Oktober 2026 läuft, lohnt sich ein Blick zurück nach Nordhausen. Dort fand 2004 die zweite Thüringer Landesgartenschau statt. Bis heute wird darüber diskutiert, wie teuer sie für die Stadt tatsächlich war und ob sich Nordhausen dafür stark verschuldet hat.

Häufig ist von Investitionen in Höhe von mehr als 80 Millionen Euro die Rede. Doch diese Summe war weder das Defizit der Gartenschau noch allein von der Stadt Nordhausen aufzubringen.

Nach einer späteren Aufstellung wurden zwischen 1999 und 2004 insgesamt rund 83 Millionen Euro investiert. Davon entfielen etwa 10,7 Millionen Euro auf den Petersberg und das eigentliche Gartenschaugelände. Rund 72,4 Millionen Euro flossen in begleitende Stadtentwicklungs- und Infrastrukturmaßnahmen.

Der Eigenanteil der Stadt Nordhausen lag bei rund 26,3 Millionen Euro. Der Freistaat Thüringen steuerte etwa 43,4 Millionen Euro bei, weitere 13,3 Millionen Euro kamen vom Bund und von der Europäischen Union. Der städtische Anteil verteilte sich auf mehrere Jahre und zahlreiche Bauprojekte. Er kann deshalb nicht einfach mit neuen Schulden für die Landesgartenschau gleichgesetzt werden.

Ganz ohne finanzielle Belastung ging das Großprojekt allerdings nicht über die Bühne. Während der Vorbereitungs- und Bauphase erreichten die Schulden der Stadt 2002 mit knapp 40 Millionen Euro ihren Höchststand. Ende 2004 lag die Verschuldung bei 819 Euro je Einwohner.

Danach ging sie jedoch deutlich zurück. Ende 2005 beliefen sich die Schulden Nordhausens auf rund 28,7 Millionen Euro beziehungsweise 655 Euro je Einwohner. Ende 2007 waren es rund 29,3 Millionen Euro oder 664 Euro je Einwohner. Die Stadt bezeichnete dies damals als ihre bis dahin beste Finanzlage.

Finanzielle Nachwirkungen gab es dennoch. Die Stadt hatte der Landesgartenschau GmbH ein Gesellschafterdarlehen über 381.416 Euro gewährt. Für dieses Darlehen wurde 2005 ein sogenannter Rangrücktritt beschlossen. Vereinfacht gesagt, musste die Gesellschaft andere Verbindlichkeiten vorrangig bedienen.

Eine vollständige öffentlich zugängliche Schlussabrechnung, aus der sich Gewinn oder Verlust des reinen Veranstaltungsbetriebes eindeutig ablesen lassen, ist nicht zu finden. Deshalb lässt sich nicht sicher sagen, ob die eigentliche Gartenschau kostendeckend arbeitete.

Fest steht aber: Die Landesgartenschau hinterließ in Nordhausen bleibende Werte. Der Petersberg wurde zu einem öffentlichen Stadtpark, Straßen und Plätze wurden erneuert und die Verbindung zwischen Bahnhof, Innenstadt und Gartenschaugelände verbessert.

Die Bilanz fällt deshalb differenziert aus: Nordhausen investierte erheblich und war während der Vorbereitungszeit hoch verschuldet. Die Landesgartenschau führte die Stadt jedoch nicht dauerhaft in eine Schuldenfalle. Bereits in den Jahren danach konnte Nordhausen seine Verschuldung deutlich reduzieren.