
Worbis. Ein buntes Sommerfest mit vielen Gästen, guter Stimmung und vielen Gesprächen zeigte in der vergangenen Woche, wie gut sich der Jugendclub Worbis entwickelt hat. Eltern, Unterstützer und Interessierte nutzten die Gelegenheit, sich ein Bild von der Einrichtung und ihrer Arbeit zu machen.

Die beiden Betreuerinnen Kathrin Schmidt und Katharina Gaßmann sind pädagogische Fachkräfte, die sich neben ihrer beruflichen Tätigkeit mit viel Herzblut im Jugendclub Worbis engagieren. Sie haben die Kinder- und Jugendarbeit in Worbis spürbar geprägt. Mit viel Engagement schaffen sie einen Ort, an dem sich die Kinder wohlfühlen und Verantwortung übernehmen. So helfen die Mädchen und Jungen schon selbstverständlich beim Tischdecken, Kochen und Aufräumen. Jeder übernimmt eine Aufgabe, wodurch Gemeinschaft und Zusammenhalt gestärkt werden.




Regelmäßig besuchen zwischen 20 und 25 Mädchen und Jungen den Jugendclub. Vor allem Kinder der vierten bis siebten Klassen nutzen derzeit die Angebote. Zum festen Wochenprogramm gehört dienstags sportliche Aktivitäten in der Turnhalle. Anschließend wird gemeinsam gekocht.
Die Kinder finden hier aber nicht nur abwechslungsreiche Freizeitangebote. Auch Themen wie Mobbing oder Ängste vor der Schule werden offen angesprochen. Die Betreuerinnen nehmen sich Zeit für Gespräche und möchten die Kinder stark für das Leben machen. Der Jugendclub ist deshalb nicht nur ein Ort der Betreuung, sondern leistet aktive pädagogische Arbeit, in der Vertrauen, Zusammenhalt und die persönliche Entwicklung der Kinder im Mittelpunkt stehen.
Ab August startet ein neues Projekt zum Thema Toleranz und interkulturelle Begegnungen. Da viele Kinder unterschiedliche kulturelle Wurzeln haben, sollen auch deren Eltern eingebunden werden. Sie sind eingeladen, von ihren Lebensgeschichten und Erfahrungen – etwa von Flucht oder einem Neuanfang – zu berichten.
Ein wichtiger Bestandteil der Arbeit ist außerdem die enge Zusammenarbeit mit den Eltern. Dafür wurde eigens eine Elterngruppe gegründet, über die Informationen schnell ausgetauscht werden können. Nach Angaben der Verantwortlichen hat sich dadurch ein vertrauensvolles Miteinander entwickelt, das sich positiv auf die Kinder auswirkt.
Auch kreative Projekte gehören zum Angebot des Jugendclubs. Gemeinsam mit der Künstlerin Janine Schulz haben die Kinder und Jugendlichen ein Graffiti-Projekt umgesetzt. Zuvor wurden sie über den verantwortungsvollen Umgang mit Graffiti und die rechtlichen Grundlagen informiert. Anschließend entstand gemeinsam ein farbenfrohes Kunstwerk, auf das alle Beteiligten stolz sein können und das jeder an der Hauswand sehen kann.

Geöffnet ist der Jugendclub derzeit an zwei Tagen in der Woche (dienstags und donnerstags) jeweils von 16 bis 19 Uhr. Um das Angebot künftig weiter auszubauen, wünschen sich die Verantwortlichen zusätzliche ehrenamtliche Unterstützung. Sie würden sich freuen, wenn sich weitere Menschen finden, die die Arbeit mit den Kindern und Jugendlichen unterstützen und gemeinsam mit ihnen weiterentwickeln möchten.
Beim Rundgang durch das Gebäude erfuhren die Gäste auch einiges über die Geschichte des Hauses, das früher als Gaststätte genutzt wurde. Als die Inhaber es als solche nicht mehr nutzen wollten, hat die Stadt das Objekt für den Jugendclub gemietet. In den vergangenen Monaten wurde mit viel Eigeninitiative und Unterstützung zahlreicher Helfer einiges modernisiert. So konnte unter anderem dank des Engagements von Tino Hartlep und seinem Team von der WVL eine neue Küche eingebaut werden. Die Arbeitsplatte spendierte die Tischlerei Tobias Brodmann. Auch Kicker- und Billardtische sowie weiteres Freizeitequipment wurden für den Club durch Sponsoren finanziert.
Die Vermieter zeigten sich erfreut darüber, was aus dem Gebäude geworden ist und wie intensiv der Jugendclub inzwischen genutzt wird. Ein besonderer Dank galt auch Jürgen Worm, der die Einrichtung nach Aussage der Verantwortlichen immer wieder tatkräftig unterstützt.
Ilka Kühn
