
Leinefelde. Bauen mit Holz ist kein Zukunftsthema mehr – es wird zum neuen Normal. Mit dem klaren politischen Ziel, den Holzbau in Thüringen zu stärken, und einer starken Innovationspartnerschaft aus Wissenschaft, Planung, Forstwirtschaft und Baupraxis ist ein Projekt entstanden, das die Bauwende für alle erlebbar macht: die Holzbauwerkstatt.
Hinter der Holzbauwerkstatt steht ein breites Thüringer Netzwerk entlang der gesamten Wertschöpfungskette – vom Wald über die Holzverarbeitung und Planung bis zum Bau. Die gemeinsame Arbeit am Projekt fördert den fachlichen Austausch, schafft gegenseitiges Verständnis und stärkt das Vertrauen zwischen allen Beteiligten.
Initiiert wurde das Projekt vom BDA Thüringen, der Stiftung Baukultur Thüringen und hks architekten BDA. Unterstützt wurden sie von engagierten Industrie- und Handwerkspartnern aus der Region, darunter Pollmeier, Hunoldhaus Holzbau, ECO-TIMBER sowie zahlreiche weitere Unternehmen und Institutionen. Sie alle verbindet das Ziel, nachhaltiges Bauen mit regionalem Holz zu stärken, Wissen aus Forschung und Praxis zusammenzuführen und die Potenziale des Holzbaus für Nachhaltigkeit, Baukultur und regionale Wertschöpfung einer breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen.
Die Holzbauwerkstatt ist keine klassische Ausstellung, sondern ein offener Lern- und Begegnungsort. Sie zeigt anschaulich, warum Holz ein zentraler Baustoff für klima- und ressourcenschonendes Bauen ist und welche Chancen er für die regionale Wertschöpfung in Thüringen bietet.
Die Landesregierung hat in den vergangenen Monaten wichtige Impulse für nachhaltiges Bauen gesetzt, unter anderem mit der Förderung des Kompetenzzentrums Holzbau und nachwachsende Rohstoffe (KHoR) in Suhl. Die Holzbauwerkstatt macht diese Entwicklung sichtbar und greifbar: Besucherinnen und Besucher erfahren, wie modernes Bauen mit Holz funktioniert, welche Vorteile der nachwachsende Baustoff bietet und wie regionale Rohstoffe, kurze Transportwege und innovative Bauweisen zusammenwirken. Das Angebot richtet sich bewusst an alle – von Schulklassen und Familien bis zu Fachleuten.
Die Holzbauwerkstatt ist Lernort und zugleich ein Beispiel für zukunftsfähiges Bauen. Die Installation besteht aus modularen Bauelementen, die flexibel erweitert, umgebaut und an anderen Orten wieder aufgebaut werden können. Die verwendeten Rundhölzer sind Reststoffe aus der Produktion des Thüringer Herstellers Pollmeier. Sie fallen beim Schälen der Stämme für Furnierschichtholz an und erhalten durch die Holzbauwerkstatt eine neue bauliche Nutzung.
Nach ihrem Auftakt auf der Landesgartenschau in Leinefelde soll die Holzbauwerkstatt durch Thüringen reisen und an weiteren Standorten Station machen. So entsteht eine mobile Plattform für Austausch, Bildung und Beteiligung, die den Holzbau in Städte und Gemeinden trägt und immer wieder neue Menschen für nachhaltiges Bauen begeistert.

