Die Veröffentlichung 1995 in der Litfaßsäule. Archiv Ilka kühn

Manche Erinnerungen verblassen nicht – schon gar nicht, wenn sie mit einer besonderen Musik verbunden sind. Beim Blick in alte Ausgaben der „Litfaßsäule“ aus den Jahren 1995 und 1996 findet sich unter der Überschrift „Leinefelder auf Achse“ ein kleiner Beitrag über musikbegeisterte Leinefelder, die für ein Konzert ihrer Lieblingsband keinen Weg scheuten.


Am 17. Juni 1995 führte sie die Reise bis nach Konstanz. Dort erlebten sie The Cure bei einem Konzert der „Festival Tour 95“. Mehr als zwei Stunden lang spielte die britische Band alte und neue Titel.

In der damaligen „Litfaßsäule“ hieß es, The Cure sei erstmals wieder in einem neuen „alten“ Line-up zu bewundern gewesen. Das Schwarz-Weiß-Foto zeigte Sänger Robert Smith auf der Bühne – unverkennbar mit wilder Frisur, dunkler Kleidung und Gitarre.

Wieder beim Cure-Konzert. Foto: Privat

Mehr als drei Jahrzehnte später hat sich an der Begeisterung offenbar wenig geändert. Einige der Leinefelder, die damals nach Konstanz fuhren, standen nun erneut vor einer Bühne von The Cure – diesmal in Berlin. Die Band gab im Juli 2026 mehrere Open-Air-Konzerte in der Wuhlheide.

The Cure 2026 in Berlin. Foto: Alex Kühn

Das aktuelle Foto könnte beinahe als farbige Fortsetzung der alten Aufnahme durchgehen: Robert Smith steht wieder mit der Gitarre am Mikrofon, hinter ihm Schlagzeuger Jason Cooper, davor die erhobenen Hände des Publikums. Natürlich sind 31 Jahre vergangen.

Die Musiker sind älter geworden, ebenso ihre Fans. Doch die besondere Atmosphäre, die unverwechselbare Stimme und die zeitlosen Songs von The Cure verbinden die Konzertbesucher offenbar noch immer genauso wie damals.


Die beiden Aufnahmen erzählen deshalb mehr als nur die Geschichte zweier Konzertbesuche. Sie zeigen, wie Musik ein ganzes Leben begleiten kann. Aus jungen Leinefeldern, die 1995 quer durch Deutschland nach Konstanz reisten, sind langjährige Fans geworden, die auch 2026 wieder gemeinsam auf Tour gingen.


Schon damals lautete die Feststellung in der „Litfaßsäule“: „Für die Leinefelder ist kein Weg zu weit, um Bands live zu erleben.“ Mehr als drei Jahrzehnte später hat dieser Satz nichts von seiner Gültigkeit verloren.