Häusliche Gewalt bleibt ein ernstes gesellschaftliches Problem – auch in Thüringen. Wie aus dem Thüringer Lagebild für Häusliche Gewalt der Landespolizeidirektion für das Jahr 2024 hervorgeht, sind die Opferzahlen weiter gestiegen. Allein im Bereich der Landespolizeiinspektion Nordhausen erhöhte sich die Zahl weiblicher Opfer von Partnerschaftsgewalt von 536 auf 633, bei männlichen Opfern von 165 auf 187.
Insgesamt ist landesweit ein Anstieg der Opferzahlen häuslicher Gewalt von 12,5 Prozent im Vergleich zu 2023 zu verzeichnen. Die Delikte reichen dabei von Stalking und Bedrohung bis hin zu schweren Körperverletzungen und Tötungsdelikten. Für den Landkreis ist die Interventionsstelle gegen häusliche Gewalt in Nordhausen zuständig, ergänzt durch Hilfsangebote wie das „Projekt A4“ und das „Projekt Orange“.
Vor diesem Hintergrund kam es am Wochenende im Unstrut Hainich Kreis zu mehreren Polizeieinsätzen wegen häuslicher Gewalt. Der Polizeiinspektion dort wurden in den Nächten von Freitag auf Samstag sowie von Samstag auf Sonntag jeweils Vorfälle über den Polizeinotruf gemeldet. Die eingesetzten Beamten begaben sich zu den jeweiligen Einsatzadressen. In beiden Fällen wurden Frauen im Alter von 40 und 46 Jahren durch ihre Partner im Alter von 30 und 48 Jahren körperlich angegriffen und gesundheitlich geschädigt.
In einem der Fälle ordneten die Beamten ein Wohnungsrückkehrverbot an. Da dieses missachtet wurde, endete der Einsatz für den Tatverdächtigen im polizeilichen Gewahrsam. Beide Frauen erlitten leichte Verletzungen. Die Polizei leitete Ermittlungen wegen gefährlicher Körperverletzung, einfacher Körperverletzung sowie Bedrohung ein.
Hinweis der Polizei: Häusliche Gewalt ist kein privates Problem. Betroffene sollten frühzeitig Hilfe in Anspruch nehmen und sich nicht scheuen, den Notruf zu wählen. Neben der Polizei stehen auch spezialisierte Beratungs- und Unterstützungsangebote zur Verfügung, die Betroffene vertraulich begleiten und unterstützen.

