
Worbis. Viel Gesprächsbedarf – nur diesmal ohne Publikum: Landrätin Dr. Marion Frant war am vergangenen Donnerstag in Worbis zu Gast. „Die Landrätin im Austausch“ heißt die Serie, in der die Landrätin vor Ort kommt. Bürger hatten die Möglichkeit, sich im Vorfeld anzumelden und ihre Anliegen direkt vorzubringen. Doch es meldete sich niemand an – und auch spontan erschien kein Besucher.
In anderen Städten und Gemeinden wie in Tesitungen und am Sonnenstein werde das Format durchaus genutzt, so die Landrätin. In Worbis hingegen blieb der Stuhl für Bürgergespräche leer. Ob tatsächlich kein Gesprächsbedarf besteht oder ob das Format noch nicht überall die gewünschte Resonanz findet, bleibt offen.
Ganz ohne Austausch verlief der Termin dennoch nicht. Wie zuvor abgestimmt, traf sich die Landrätin mit Bürgermeister Christian Zwingmann. Beide betonten, dass sie regelmäßig im Kontakt stehen. Der Besuch bot dennoch Gelegenheit, aktuelle Themen aufzufrischen und weiter zu vertiefen.
So stand unter anderem die Vorbereitung auf die Landesgartenschau 2026 auf der Agenda. Auch Fragen des Krisenmanagements wurden besprochen. Der Landkreis hat eine neue Broschüre herausgebracht, die in Städten und Dörfern verteilt werden soll, um die Bevölkerung für Notlagen zu sensibilisieren. Allerdings dürfte die flächendeckende Verteilung mit entsprechenden Kosten verbunden sein und es wird noch eine günstige Lösung gesucht. Ebenso wurden Tourismusfragen und die Schulnetzplanung im Landkreis angesprochen – Themen, die langfristige Auswirkungen auf die Region haben.
Begleitet wurde Dr. Frant von Viola Steinecke aus dem Stab des Landratsamtes.
Neben den Vor-Ort-Terminen gibt es weitere Möglichkeiten für Bürger, mit der Landrätin in Kontakt zu treten. In der Kreisverwaltung wird regelmäßig eine „Sprechstunde mit der Landrätin“ angeboten. Unter dem Titel „Frag‘ die Landrätin“ können Bürger ihre Fragen, Anliegen und Anregungen außerdem unkompliziert über ein Online-Kontaktformular einreichen. Auf der Website heißt es dazu: „Was bewegt Sie? Was ist Ihnen wichtig? Wo können wir als Landkreis noch besser werden?“ In regelmäßigen Abständen beantwortet die Landrätin ausgewählte Fragen in kurzen Videobeiträgen, um Transparenz und Dialog zu fördern.
Der Besuch in Worbis zeigt jedoch auch: Beteiligungsangebote allein garantieren noch keine Beteiligung. Der Landkreis wirbt aktiv um den Dialog. Ob und wie dieses Angebot angenommen wird, entscheidet sich letztlich vor Ort – bei den Bürgern selbst.
Ilka Kühn

