Leinefelde. Ein paar Tage lang sah alles besser aus, als es tatsächlich war. Der Schnee hatte Leinefelde zugedeckt, Straßen und Gehwege wirkten sauber, fast aufgeräumt. Doch seit dem Tauwetter zeigt sich, was darunter lag – und das ist an manchen Plätzen alles andere als schön.

Mit dem schmelzenden Schnee kommen Dreck, Matsch und vor allem die Überreste der Silvesternacht zum Vorschein. Reste von Böllern, Papierfetzen und Plastik liegen auf Gehwegen, an Straßenrändern und in Grünanlagen. Der Schnee war keine Reinigung, sondern nur eine Tarnschicht.

Von einem echten Rückzug des Winters kann dabei keine Rede sein. Der kalendarische Frühlingsanfang ist erst am 20. März. Was wir derzeit erleben, ist kein Frühling, sondern Schmuddelwinter: graue Tage, nasse Straßen und ein Stadtbild, das zeigt, wie sorglos öffentliche Flächen mancherorts behandelt werden.
Gerade jetzt wird deutlich: Feuerwerk dauert wenige Minuten, der Müll bleibt oft wochenlang. Und er verschwindet nicht von selbst. Eine saubere Stadt ist keine Frage des Wetters, sondern der Verantwortung jedes Einzelnen.
Der Frühling kommt noch. Bis dahin wäre es ein gutes Zeichen, wenn wenigstens der Dreck verschwindet, den der Winter nun unübersehbar freigelegt hat.
Ilka Kühn

