Grenzmuseum Schifflersgrund mit vielfältigem Veranstaltungsprogramm

Asbach-Sickenberg. Das Grenzmuseum Schifflersgrund bietet im ersten Halbjahr 2026 erneut ein abwechslungsreiches Veranstaltungsprogramm an. Ob Grenzwanderungen, Sonderführungen, Vorträge oder Sonderausstellungen – unterschiedlichste Formate und Themen laden dazu ein, sich mit der Geschichte der deutschen Teilung und Einheit im Kontext des Kalten Krieges zu beschäftigten.
So kann ab sofort die neue Sonderausstellung „Die Partei hat immer recht. Die SED im Alltag der DDR“ besichtigt werden, die anlässlich des 80. Jahrestags der Zwangsvereinigung von SPD und KPD von der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur herausgegen wird.
Die Ausstellung umfasst 20 Tafeln mit Texten, Fotos, Grafiken und Verlinkungen zu digitalen Begleitmaterialien und zeigt, wie tief die Sozialistische Einheitspartei Deutschlands in das Leben der Menschen in der DDR eingriff. Deutlich wird, dass die SED weit mehr war als eine politische Organisation war: Sie bestimmte Politik, Wirtschaft und Justiz ebenso wie den privaten Alltag.
Im Mittelpunkt stehen die Mechanismen ihrer Herrschaft – ideologische Schulung, Kontrolle, Repression und das ständige Einfordern von Loyalität. Die Ausstellung macht sichtbar, wie die Partei ihr Machtmonopol mit Hilfe von Polizei, Justiz und Staatssicherheit absicherte und zugleich ein System sozialer Abhängigkeiten und Gewöhnung schuf. Zugleich thematisiert sie die Widersprüche des Lebens in der Diktatur zwischen Überzeugung und Anpassung, Idealismus und Opportunismus.
Beim ersten Vortrag am Donnerstag, 12. März 2026 um 19 Uhr widmet sich Prof. Walter Mühlhausen der sogenannten Hessenhilfe für Thüringen in den Jahren 1989 und 1990. Der Historiker und langjährige Geschäftsführer der Stiftung Reichspräsident-Friedrich-Ebert-Gedenkstätte in Heidelberg nimmt dabei die vielschichtigen Maßnahmen in den Blick, mit denen Hessen das ostdeutsche Nachbarland nach der Friedlichen Revolution in der DDR unterstützte, um die jahrzehntelange Teilung zu überwinden, die Erblast der SED-Diktatur abzutragen und demokratische Strukturen in Thüringen aufzubauen.
Im April und Mai schließen sich zwei weitere Vorträge an. Am 16. April 2026 spricht Prof. Franz-Josef Brüggemeier, der als Wegbereiter der Umweltgeschichte in Deutschland gilt, über die Nuklearkatastrophe von Tschernobyl vor 40 Jahren und die Reaktionen der DDR. Einen Monat später, am 21. Mai 2026 stellt Dr. Heiner Möllers das Buch „Hessen und der Dritte Weltkrieg“ vor. Der Historiker vom Zentrum für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr gibt darin Einblicke in die Verteidigungsplanung für Hessen während des Kalten Krieges.
Kooperationspartner sind die Landeszentralen für politische Bildung in Hessen und Thüringen. Der Eintritt ist bei allen Vortragsveranstaltungen kostenfrei.
Gedenkveranstaltungen, Sonderführungen und Grenzwanderungen runden das Halbjahresprogramm ab, das mit der Vorstellung des neu entwickelten Museumsführers für Kinder am 17. Juni 2026 kurz vor den Sommerferien schließt. Weiterführende Informationen zu den einzelnen Veranstaltungen gibt es auf den sozialen Kanälen und auf der Internetseite des Grenzmuseums Schifflersgrund unter www.grenzmuseum.de.
Das Grenzmuseum Schifflersgrund mit der neugestalteten Dauerausstellung kann täglich zwischen 10 Uhr und 17 Uhr besichtigt werden.





