Antragsbeginn für das Projekt „Thüringer Qualitätskompass“
Die Thüringer Landesregierung geht einen weiteren Schritt zur gezielten Sprachbildung- und Förderung in der frühkindlichen Bildung. Mit der Veröffentlichung der Richtlinie zur Förderung im Rahmen des Transferprojekts „Thüringer Qualitätskompass – sprachliche Bildung und inklusive Kindergartenentwicklung“ kann es für die Kindergärten losgehen:
Mit dem Zwei-Jahres-Programm mit einem Gesamtvolumen von 24 Millionen Euro für die Jahre 2026 und 2027 werden Einrichtungen unterstützt, die mit standortspezifischen Herausforderungen in den Bereichen Sozialraum, Lebenslage und kindbezogene Förderbedarfe konfrontiert sind. Kern des Programms ist dabei die systematische Weiterentwicklung sprachlicher Bildung und inklusiver Strukturen in Kindergärten.
Im Rahmen der Projektumsetzung wird der Sprachstand von vierjährigen Kindern in Thüringen erfasst, um mögliche Förderbedarfe frühzeitig zu identifizieren und systematische Unterstützung anzubieten. Zugleich fließen bewährte Ansätze aus vorherigen Projekten mit ein. Diese sollen helfen, die Sprachstanderhebung praxisnah auszugestalten und an den Bedürfnissen von Kindern und Fachkräften auszurichten. Ziel ist es darüber hinaus, ein erstes Bild über den tatsächlichen Sprachförderbedarf in Thüringer Kindergärten zu gewinnen. Die gewonnenen Erkenntnisse sollen sowohl zur Weiterentwicklung zielgerichteter Fördermaßnahmen und zur Ableitung von Fortbildungsbedarfen pädagogischer Fachkräfte im Freistaat beitragen, als auch auf die ab dem Schuljahr 2027/2028 landesweit geplanten Sprachstanderhebungen vorbereiten.
Die am Transferprojekt teilnehmenden Kindergärten erhalten gezielte Unterstützung in Form von Funktionsstellen, Fachberatung und wissenschaftlicher Begleitung, um die Maßnahme qualitätsgesichert umzusetzen; zugleich soll sich die Zahl der beteiligten Einrichtungen von 75 auf 150 verdoppeln. Die Förderstruktur des Thüringer Qualitätskompasses basiert dabei auf vier Säulen: Erstens werden zusätzliche personelle Ressourcen und Sachkosten in Kindertageseinrichtungen finanziert, zweitens personelle Kapazitäten in der Fachberatung gestärkt, drittens eine wissenschaftliche Begleitung mit Praxisforschung, Monitoring und Qualifizierungen ermöglicht und viertens Mittel für technische Ausstattung, Coachings sowie Fachveranstaltungen und Vernetzungstreffen bereitgestellt.
„Wir investieren systematisch in Fachkräftesicherung und sprachliche Bildung unserer Kinder – beides sind Grundpfeiler für gute Bildung von Anfang an. Der Kindergarten leistet einen eigenständigen Beitrag zur sprachlichen und sozialen Entwicklung von Kindern. Mit dem gezielten Ausbau bestehender Projekte stellen wir sicher, dass künftig doppelt so viele Kindergärten in Thüringen eine qualitätsgesicherte, alltagsintegrierte sprachliche Bildung umsetzen können“, machte Bildungsminister Christian Tischner deutlich.
Die Träger von Einrichtungen können ihre Förderanträge vom bis zum 30. Januar 2026 einreichen. Ein besonderes Augenmerk des Programms liegt auf der aktiven Einbindung der Kindertageseinrichtungen, die bereits in dem zum Jahresende auslaufenden Modellprojekt „Vielfalt vor Ort begegnen“ oder im Landesprogramm „Sprach-Kitas“ mitgewirkt haben.
Mit dem Thüringer Qualitätskompass wird das Dritte Gesetz zur Weiterentwicklung der Qualität und zur Verbesserung der Teilhabe in Tageseinrichtungen und Kindertagespflege (KiQuTG) im Freistaat umgesetzt. Das Transferprojekt gestaltet den Übergang bis zur bundesweiten Einführung verbindlicher Sprachstanderhebungen aktiv mit.
Weitere Informationen zum Thüringer Qualitätskompass:
https://bildung.thueringen.de/bildung/kindergarten/projekte/qualitaetskompass

