Thüringen. Lehramtsanwärterinnen und Lehramtsanwärter erhalten künftig einen Sonderzuschlag, wenn sie ihren Vorbereitungsdienst in einer Bedarfsregion und in einer Bedarfsschulart oder in einem Bedarfsfach absolvieren.
Ziel der neuen Regelung ist es, angehende Lehrkräfte gezielt dafür zu gewinnen, ihren Vorbereitungsdienst an Schularten bzw. in Schulen in Regionen mit besonders hohem Bedarf zu anzutreten.
Dazu Bildungsminister Christian Tischner: „Die Weiterentwicklung des Zuschlagsystems für Lehrkräfte ist ein zentrales Vorhaben aus dem Regierungsvertrag, das wir nun konsequent umsetzen. Mit den neu ausgerichteten finanziellen Anreizen erreichen wir eine deutlich höhere Steuerungswirkung als bisher, weil die Lehramtsanwärter in der Wahl der Ausbildungsregion noch flexibler sind. Ich erhoffe mir, dass wir damit weitere, spürbare Verbesserungen in den Regionen bewirken, die in den vergangenen Jahren besonders stark vom Lehrermangel und von Unterrichtsausfall betroffen waren. Unser Ziel ist klar: Gute Bildungschancen dürfen nicht vom Wohnort abhängen.“
Anders als bei der bisherigen Zulage für ausgebildete Lehrkräfte können Lehramtsanwärterinnen und Lehramtsanwärtern mit dem Lehramt an Regelschulen oder im Bereich Förderpädagogik bereits dann ein Anwärtersonderzuschlag gewährt werden, wenn der Vorbereitungsdienst in einer festgelegten Region absolviert wird. Bei den übrigen Lehrämtern ist ein Anwärtersonderzuschlag nur möglich, wenn sowohl eine bestimmte Region mit hohem Bedarf als auch ein Mangelfach vorliegen.
Der Anwärtersonderzuschlag beträgt monatlich 70 Prozent des Anwärtergrundbetrages. Dieser liegt – abhängig von der Schulart – derzeit zwischen rund 1.744 Euro und 1.783 Euro brutto. Daraus ergibt sich ein monatlicher Zuschlag von etwa 1.221 Euro bis 1.248 Euro brutto. Damit fällt der Zuschlag deutlich höher aus als die bisherige Regelung von zehn Prozent über fünf Jahre, ist jedoch insgesamt geringer, da der Vorbereitungsdienst je nach Lehramt eine Dauer von 12 bis 24 Monaten hat.
Die neue Regelung gilt ab sofort und greift damit für die nächsten Einstellungen ab dem 1. Februar 2026. Die Wirkung der Maßnahme wird zum Ende des Schuljahres 2027/2028 evaluiert. Nach derzeitigem Stand ist die Regelung zeitlich befristet bis zum 31. Juli 2028.
Die Weiterentwicklung des Zulagensystems für Lehrkräfte in Mangelfächern und im ländlichen Raum war ein Vorhaben aus dem Regierungsvertrag.
Für die Einstellung in den Vorbereitungsdienst werden für Einstellungsepochen Februar 2026 bis einschließlich November 2026 folgende Regionen (Landkreise und kreisfreie Städte) festgelegt:
· Altenburger Land
· Eichsfeld
· Gera
· Greiz
· Hildburghausen
· Kyffhäuserkreis
· Nordhausen
· Saale-Orla-Kreis
· Saalfeld-Rudolstadt
· Schmalkalden-Meiningen
· Sonneberg
· Suhl
· Unstrut-Hainich-Kreis
· Wartburgkreis
Festlegung der Lehrämter
Für die Einstellung in den Vorbereitungsdienst werden für Einstellungsepochen Februar 2026 bis einschließlich November 2026 folgende Lehrämter festgelegt:
· Lehramt an Regelschulen
· Lehramt für Förderpädagogik
Festlegung der Ausbildungsfächer
Für die Einstellung in den Vorbereitungsdienst werden für Einstellungsepochen Februar 2026 bis einschließlich November 2026 folgende Ausbildungsfächer festgelegt:
· beim Lehramt an Grundschulen:
o Deutsch als Zweitsprache
o Evangelische Religionslehre
o Katholische Religionslehre
· beim Lehramt an Regelschulen:
o alle festgelegten Ausbildungsfächer
· beim Lehramt für Förderpädagogik:
o alle festgelegten Förderschwerpunkte
o Deutsch als Zweitsprache
· beim Lehramt an Gymnasien:
o Biologie
o Chemie
o Deutsch als Zweitsprache
o Informatik
o Mathematik
o Physik
· beim Lehramt an berufsbildenden Schulen:
o Agrartechnik
o Bautechnik
o Deutsch als Zweitsprache
o Elektrotechnik
o Energietechnik
o Ernährung und Hauswirtschaft
o Fahrzeugtechnik
o Farbtechnik, Raumgestaltung und Oberflächentechnik
o Gestaltungstechnik
o Holztechnik
o Informationstechnik
o Körperpflege
o Labortechnik/Prozesstechnik
o Druck- und Medientechnik
o Mechatronik
o Metalltechnik
o Pflege
o Sozialpädagogik
o Textiltechnik und -gestaltung
o Umweltschutz und Umweltschutztechnik
o Verkehrstechnik
o Versorgungstechnik
Lisa Bönsel, Stellvertretende Pressesprecherin

